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| Diplom WS 10/11 | Ein Haus für die Kunst - Paris | Iris Haferkamp |
11.10.2010 - 14.04.2011 IdeeDie Idee des Projektes ist es, jungen Absolventen und Studenten aus den Bereichen Kunst, Musik, Tanz, Architektur und Design, in der Stadt Paris einen Ort für einen Aufenthalt auf Zeit zu schaffen. Das Projekt soll Raum für Begegnungen und Austausch der unterschiedlichen Künstler bieten. In einer Gemeinschaft auf Zeit können diese ihre Ideen und Ansätze vertiefen, neue Erfahrungen sammeln und vom Austausch profitieren. Das Haus gibt ihnen die Gelegenheit gemeinschaftlich oder auch ganz für sich allein zu arbeiten. Über Ausstellungen können sie hier mit Ihren Werken nach aussen treten. Der Ort, die Ile de la Cite, im Herzen von Paris, bietet den Künstlern eine gute Position, die Stadt, Ihre Bewohner und das vielfältige Angebot von Paris wahrzunehmen. Ort Die Ile de la Cite ist das historische Zentrum von Paris. Die Cite wurde in der Antike besiedelt und ist somit der älteste Teil der Hauptstadt. Sie ist Ursprungsort für die Entwicklung von Paris und war mit Notre Dame auch das geistige Zentrum der Stadt. Zwischen 1835 und 1870 ließ Hausmann auch die Cite „ausweiden“, um ein neues Zentrum zu schaffen. Tausende von Wohnhäusern wurden abgerissen. Nach dem Umbau durch Hausmann ist das Wohnen auch heute noch auf die beiden Insel-Enden begrenzt. Architektur Der Entwurf an der Rue Chanoinesse füllt das Grundstück von 675m2 komplett aus. Die Kubatur des Hauses folgt der Grundstückssituation, schließt den Blockrand ab und nimmt mit der Facettierung der Ecke eine klassische Pariser Geste auf. Anstatt eines Hofes definiert ein inneres Volumen das Gebäude. Dieses Volumen bildet das Rückgrat des Hauses und bindet die weiteren Funktionen -Wohnen und Ausstellen- an sich. Vier freie Ateliers (Werkstätten) füllen dieses Volumen, und bilden eine kommunikative Ebene des Gebäudes. Die vier Räume haben identische Grundrisse und unterscheiden sich lediglich durch ihre bestimmte Ausstattung. So gibt es einen Raum für Musik, Bildhauerei, freie Kunst und Tanz. Jedoch können diese Werkstätten auch anders genutzt werden - ihre „Ausformulierung“ bietet lediglich eine Grundlage. Um den Körper legt sich, wie eine Strasse, das Treppenhaus. Es verbindet die 1 1/2 geschossig zueinander versetzten Ebenen des Ausstellens, Wohnens und Arbeitens miteinander. Eine Parallele zu diesem Wegraum findet sich in der Stadt mit ihren vielfach getreppten Straßen und Gassen wieder. Durch die Höhenversprünge ermöglicht der Weg zwischen Wohnen und Arbeiten auch verschiedene Raumsituationen. Der Wegraum soll als Ausstellungs- und Kommunikationsfläche genutzt werden. Um den Strassen- oder Weg- Charakter zu verdeutlichen ist der Wechsel zwischen „Innen“ und „Aussen“ durch eine klare Materialgebung betont. So bilden Steinplatten den Bodenbelag im Ausstellungsbereich. Wände und Decken sind in Sichtbeton gehalten. Die Werkstätten und das Wohnen werden über verputzte Oberflächen und Holzböden als Innenräume definiert. Die vom Treppenhaus erschlossenen Wohnungen bieten den Stipendiaten eine Rückzugsmöglichkeit und ein weiteres, privates Atelier. Das großzügig angelegte Wohnatelier teilt sich deutlich in zwei Bereiche. Die Wohnfläche mit Schlafzimmer, Küche und Bad liegt im Schnitt bei 25m2, während die private Atelierfläche bei ca. 45m2 liegt. Materialität, Erscheinung und Fassade Das Gebäude steht als Neubau in einem historischen und sehr heterogenen Umfeld von Paris. Um dieser besonderen Situation gerecht zu werden, orientieren sich auch Fassade und Material an Pariser Parametern. Das Material des Hauses ist Beton mit dem Zuschlagsstoff des viel verwendeten Pariser Natursteins (Pierre de Paris). Dieser Naturstein findet in Wohnbauten wie auch in öffentlichen Gebäuden Verwendung und verleiht der Stadt ihren Charakter. Die Proportion der Fenster und die hölzernen Rahmen sind ebenfalls dem Pariser Vorbild entlehnt. Durch eine minimale geschossweise Differenzierung der Fensteröffnung en und ihren Höhen gliedert sich das Haus selbstverständlich in eine Sockellzone, Mittelzone und einen oberen Abschluss. Das Haus orientiert sich mit seiner Höhe an den umgebenden Gebäuden und nähert sich durch den Höhenversatz den beiden direkt angrenzenden Bauten an. Die Dreiteilung der Fassade gibt einen Hinweis auf ihre innere Nutzung und lässt den Gebäudekörper leichter wirken ohne ihn zu schwächen. Das zurückspringende Band, in dem auch die Fenster sitzen, verhindert durch seine Durchgängigkeit ein Auseinanderbrechen des Körpers und reflektiert den Versatz der Ebenen im Innern.
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| Diplom WS 10/11 | Neues Therapiezentrum der KfPP Haina | Simon Burko |
11.10.2010 - 14.04.2011 Das Areal, welches die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Haina-Kloster mit mehreren Haupt- und Nebengebäuden besetzt, ist charakterisiert durch eine heterogene Bebauungsstruktur in einem stark historischen Kontext und liegt eingebettet in einer topografisch markanten Situation am Rande des Kellerwald-Nationalparks.Das im nördlichen Teil dieses Areals gelegene Grundstück bildet die Schnittstelle zwischen besiedelten und unerschlossenen Flächen und wird mit einem neuen baulichen Volumen besetzt. Als eine bedarfsgerechte Erweiterung konzipiert, beherbergt dieses Gebäude sowohl einen ausgedehnten Therapiebereich als auch einen Stationsbereich mit 20 Patientenzimmern und Gemeinschaftsräumen. Wie selbstverständlich besetzt die neue Figur die natürliche Hangkante und bildet eine weitere systematische und typologische Ergänzung des Bestandes. Das Volumen besitzt im Erdgeschoss einen massiven Sockel, aus welchem sich oberhalb drei ähnliche, aber verschieden große Köpfe herausbilden und ein Relief (die fünfte Fassade) freilegen. Das Terrain schmiegt sich an den Körper an, legt diesen frei oder verdeckt ihn stellenweise. Das lässt mehrere direkte, spannungsvolle Außenraumbezüge und eine Verzahnung mit der Umgebung entstehen und vermittelt gleichzeitig mit der städtebaulichen Körnigkeit der umliegenden Bebauung. Die Verteilung der drei maßgeblichen Funktionsbereiche (Therapieräume, Gemeinschaftsbereiche und Stationszimmer) auf je eine horizontale Schicht (Geschoss) bildet das zentrale strukturbildende Konzept des Gebäudes – jedes der Geschosse artikuliert sich in einer eigenen, individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Raumanforderungen eingehenden Grundrissdisposition.
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| DIPLOM SS 2010 | A Visitors Center to the United Nations | Ilija Bentscheff |
18.06.2010 - 18.10.2010 The United Nations is an international organization, founded after the Second World War as a replacement of the League of Nations providing a platform of dialogue to virtually all nations or sovereign states, targeting reviews and strategies for international security, international law, economic development and human rights. The United Nations established seventeen specialized agencies to give permanent institutions to their work for humanity, peace, health, wealth, peace and justice.This institution has proven the importance of an international dialogue and its headquarters manifest a built sign of a world coming together and working together on peace. It stands for the recognition of humanity beyond na¬tional interests, but for humanitarian interests. One can see the United Nations Headquarters as a sign. The head of the planning commission Wallace Har¬rison said: "We are not simply building a symbol for peace, but a workshop for peace." But this invokes a notion of representation; of a symbol. The status of being a symbol made the U.N. become subject of security and terrorism today (the attack on symbols is the strongest act of de-moralization). The changed context of the institution has affected the operations on its architecture. For example, the once open lawn of the campus of the Headquarters is surrounded by fences, surveillance cameras and police similar to an airport. Furthermore, the number of member states and therefore the number of representatives increased from 51 original members to 192 today. This situation articulates itself not only in a spacial deficit, but questions the sign; the role of its architecture and therefore of its representation and meaning. Since the institution is in a continuous evolution, it is transcendental and therefore cannot be interpreted as a monument; as a manifestation of an event (the foundation of the United Nation). It rather has to be read in the terms of progress and development. That is the sign; a clear architecture standing for a greater collective being in peace; a place of debate and negotiation. Its architecture stands for something greater than its own history. Another question is the notion of communication and representation of the body of work and the function and achievements of the United Nation. Representatives of the General Assembly submitted a proposal for enhancing the United Nations experience for visitors (fifty-fifth session, Agenda Item 117). The proposal contains a programmatic nar¬rative and precisely calculated visitor, planning and revenue projections. The project is currently on hold, but is a basis for my proposal.
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| DIPLOM SS 2010 | MAISON DE SANTÉ - Quartierzentrum in Schöneberg | Sophie Bril/Robert Freudenberg |
18.06.2010 - 18.10.2010 Das Ensemble der Maison de Santé (Haus der Gesundheit) zählt zu den letzten steinernen Zeugen der vorstädtischen Kultur Schönebergs. Seit seiner Eröffnung 1861 als medizinisches Badehaus gewann die spätere Kur- und Irrenanstalt durch die reformerischen Behandlungsansätze des ‚Non Restraint’ (ohne Zwang) – Systems zunehmend an Bedeutung. Das wegen seinem historischen Wert 1985 unter Denkmalschutz gestellte Ensemble hat durch die Schließung 1919 seine ursprüngliche Nutzung sowie seine Präsenz im Stadtraum verloren. Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich die Blockrandbebauung ungeordnet um die Parzelle der Maison de Santé geschlossen, so dass heute kahle Brandwände unmotiviert an die Grundstücksgrenzen stoßen. Die noch erhaltenen Bestandsgebäude, die durch den Bau der Belziger Straße getrennt wurden, erfuhren außerdem seit ihrer Umnutzung keine ausreichende Sanierung.Ziel dieses Diploms war es die Gebäude zu einem Ensemble zu verbinden, die ehemals berühmte medizinische Einrichtung wieder in das Bewusstsein der Anwohner zu rücken und dem Block eine sinnvolle städtische Ordnung zu geben. Die Maison de Santé als Quartierszentrum auszubauen, nutzt das Potential der besonderen zentralen Lage im Blockinneren und des vorhandenen innerstädtischen Grünraums. Diese übergeordnete Nutzung berücksichtigt einen Bebauungsplan von 1989, der die Verwendung als Gemeindebedarfsfläche vorgibt. Der neue Masterplan kehrt die Fassaden in das Blockinnere, indem Wohnungsbauten die Brandwände ergänzen. Zusammen mit dem bestehenden Wohnhäusern bilden diese die Rahmung des Grundstücks. So wird ein Raum aufgespannt, der die kleinen und durch die Straße getrennten Bestandsgebäude gleichwertig in den Mittelpunkt rückt. Weil das städtebauliche Problem die lose Verteilung der sehr unterschiedlichen Gebäude auf dem riesigen Grundstück ist, übernimmt nun der neu formulierte Stadtplatz in der Mitte des Blocks die zentrale Funktion eines Gravitationszentrums. Um dieses ordnen sich alle Gebäude an, wodurch sie als heterogenes Ensemble lesbar gemacht werden. Die unterschiedlich programmatischen Bestandteile des Quartierzentrums finden in den einzelnen Bestandsgebäuden sowie den zwei Neubauten platz und bilden ein Nutzungskonglomerat. An der belebten Hauptstraße reihen sich soziale Vereine in den Erdgeschossen der ehemaligen Krankenhäuser aneinander. In den oberen Geschossen bleibt die Wohnungsnutzung als solche weiterhin erhalten. Durch die historische Baulücke (ehemalige Durchfahrt) gelangt man direkt zum Stadthaus, welches sich mit einer Vortragsplattform, einer Stadtteilbibliothek, eine Volkshochschule und einem Stadtteilverein als außerschulischer Lernort auszeichnet. Hier können Anwohner Events im Auditorium besuchen oder Einblicke in die Stadtteilgeschichte Schönebergs in der Ausstellung oder im Archiv gewinnen. Da das Gebäude im städtischen Kontext als Box Rücksicht auf die Bestandsgebäude nimmt, entfaltet sich seine Dynamik im Innenraum. Das Stadthaus beherbergt heterogene Nutzungen, die sich durch zwei versetzte Innenhöfe voneinander abgrenzen können und trotzdem unter einem Dach vereint werden. Durch Blickbeziehungen zwischen den Höfen, doppelgeschossigen Räumen, Brücken und Terrassen entsteht eine städtische Atmosphäre, die Stadt im Haus, das Stadthaus. Die unterschiedlichen Nutzungen bereichern und verweben sich so untereinander, Besucher der Bibliothek werden zu Besuchern der Ausstellung und umgekehrt. Hier soll ein Aufenthaltsort für die Anwohner des Quartiers die Möglichkeit zur geistigen Freizeitgestaltung schaffen und die Gemeinschaft stärken. Schaut man vom Stadtplatz auf das Stadthaus, wird es von der ehemaligen Frauenbeobachtungsstation mit angrenzender Kutscherwohnung zur Rechten und von verklinkerten ehemaligen Wirtschaftsgebäuden zur Linken flankiert. Letzteres ist wie geschaffen als neue Herberge für das bereits erfolgreiche Konzept des Kinder- und Jugendmuseums in Schöneberg, welches sich die verwinkelte, kreislaufförmige Erschließung um den neu verglasten Innenhof als überdimensionalen Spielplatz zunutze machen kann. Auf der anderen Seite rahmt nun die neue Galerie der Levinstein’schen (Gründer der Maison de Santé) Gemäldesammlung mit impressionistischen Werken die Stadtteilgeschichtsausstellung im Erdgeschoss des Stadthauses. Nicht nur in seiner Größe und der Maßstäblichkeit der scharrierten Fassade nimmt das Stadthaus Bezug auf seine Nachbargebäude, auch die doppelgeschossigen verglasten Räumlichkeiten an den Seiten verweben den Neubau mit dem Bestand. Ein großer Einschnitt, Haupteingang, lässt den Platz in das Gebäude fließen und leitet den Besucher über die vertikal versetzten Höfe weiter in das Innere des Stadthauses. Der Stadtplatz selbst ist eine Referenz an den ehemaligen Erholungspark und Ergebnis einer Analyse der Grundstücksnutzung als Abkürzung durch den Block. Da das Gelände nach Westen hin abfällt, macht sich der Platz diese Eigenschaft zum Thema und überspitzt die Schieflage noch. Als ruhende Insel in den Mittelpunkt gestellt, liegt die Wiese wie eine Schaukel mit einer stärkeren Steigung in der geneigten, rahmenden Erschließung. So wird dem Block das bisher als Parkplatz genutzte oder abgezäunte Gelände als Grünfläche zurückgegeben. Die Anlage einer sekundären Durchwegung und die Erschließung des Grundstücks von allen Seiten sowie die Schließung der Belziger Straße sind Teil des Außenraumkonzeptes. Den Stadtplatz begrenzend und die zu große Öffnung der Gleditschstraße schließend, steht das Therapiehaus dem Stadthaus gegenüber. Zusammen mit der ehemaligen Herrenstation, die sich als Tagespflegestation anbietet, bildet der zweite Neubau, ein Sport- und Physiotherapiezentrum, das passende Pendant zum außerschulischen Lernort.
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| DIPLOM SS 2010 | Spreepark Studios | Felix Heisel/Jonas Klock |
18.06.2010 - 18.10.2010 GeschichteIm Zuge der Umnutzung des Flughafen Tempelhof entwickelten die Filmstudios Babelsberg 2009 den Wunsch einen Teil ihres Areals nach Berlin zu verlagern. Der Flughafen bot sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Leerstandes im Stadtzentrum als attraktiver Standort an. Trotz des politischen Scheiterns dieses Konzepts bestand weiterhin der Wunsch die lediglich gepachteten Hallen in Potsdam durch einen Satelliten in Berlin zu ersetzen. Im Zuge der erneut aufkommenden Diskussionen um dessen Nachnutzung, stießen wir auf den ehemaligen Vergnügungspark Plänterwald. Der seit 2001 brachliegende Spreepark wurde aufgrund seiner szenischen Qualitäten in den letzten Jahren bereits mehrfach für Dreharbeiten deutscher und internationaler Produktionen genutzt. Das 28ha große Gelände ist unter anderem wegen seiner vielfältigen Landschaft, der skurrilen Überreste seiner Geschichte, den positiven Erinnerungen der Bevölkerung und seiner Größe und Lage der ideale Ort für eine Erweiterung der Filmstudios Babelsberg. Kontext Die Spreepark Studios nutzen durch ihre Lage im ehemaligen Spreepark Plänterwald die sowohl thematischen als auch städtebauliche Nähe des Entwicklungsgebietes Mediaspree. Durch die Zusammenarbeit mit den dort ansässigen Film- und Medienbetrieben, sowie dem nahegelegenen Medienstandort Adlershof entstehen neue Synergien in Berlins Filmbranche. Die umliegenden Bezirke bieten einen reichhaltigen Pool an Mitarbeitern und Spezialisten. Der Ausbau des Ostkreuzes zum Drehkreuz des Berliner Nahverkehrsnetzes 2012 garantiert die Erreichbarkeit der neuen Filmstadt. Ein weiterer Standtortfaktor ist die Nähe zum gerade entstehenden Großflughafen Berlin Brandenburg International und dem Autobahnzubringer A110. Der wohl wichtigste Standortfaktor ist jedoch der Vergnügungspark auf dem Gelände. Studio und Park ergänzen sich in Zukunft gegenseitig: Der Film liefert die Attraktion für den Park, der Park die Motive für den Film. Zudem leistet der Park die so wichtige Öffentlichkeitsarbeit für die Spreepark Studios. Der Spreepark als Vergnügungspark Die Umstellung des Parks auf ein Pay-per-Ride System ermöglicht es den umgebenden Zaun zu entfernen. Als öffentliche Fläche an der Spree fügt der Park dem Naherholungsangebot Berlins eine neue, spannende Attraktion hinzu. Über das existierende verwilderte Wegenetz führt eine leicht erhöhte Promenade durch den Park und lenkt den Besucherstrom. Der Weg beginnt am Treptower Park und führt durch die Filmstadt und den Vergnügungspark über eine neue Brücke auf die nördliche Spreeseite. Die Spreepark Studios sind neben weiteren Attraktionen, Sport und Freizeitangeboten ein Teil dieser Perlenkette. Das verwunschene, alte Wegenetz ermöglicht es die orientierende Promenade zu verlassen und den Park zu erkunden und auszuschweifen. Der Spreepark als Drehort Während der Dreharbeiten werden Stellen des Parks für den Besucher temporär geschlossen. Diese „Blindflecken“ wandern durch den Park, abhängig von den Wünschen und Bedürfnissen der aktuellen Produktion. Die innerhalb dieser temporären Absperrungen errichteten Kulissen oder Änderungen an der Parkstruktur werden anschließend in den Park überführt. Auf diese Weise wird der Park fortlaufend weiter-, um- und neugebaut und erfindet sich entsprechend der Produktionen der Spreepark Studios neu.
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| DIPLOM SS 2010 | Kunstcentrum Vandværket in Copenhagen | Laura Diestel |
18.06.2010 - 18.10.2010 This proposal investigates the possibility of turning the former pumping station - Vandværket - into an art center.By proposing commercially programmed bridges crossing the train tracks, the former path of the drinking water is revived. Visitors can commute from Peblinge Lake via the bridges through the water plant into the medieval city and vice versa. The four elements of the Art Center are EXHIBITION, CONSUMPTION, PRODUCTION and RESEARCH. Each element has a commercial use - within the bridges - and a noncommercial side within the former water plant, connected by a circulation entity. Production for instance is located within one bridge in the form of commercially used rentable studio spaces. Within the water plant, the two former office buildings give space to art-in-residence scholars. The exhibition bridge holds an outdoor gallery, selling art built-in showcases. While Exhibition and Consumption bridges are public and all-time accessible and passable, Research and Production bridges are private and partly accessible. Structurally, each bridge is in section a vertical rectangle, holding two cantilevers. All service is located within the structural rectangle, so that the cantilever area is completely free for circulation and usage. Kunstcentrum Vandværket provides about 3500 m2 of noncommercial area and 1800 m2 of commercial area. Due to its placement on the old fortification ground, the topography at the site is sloping by 2.60 m. The water plant was built in a hole surrounded by a parapet, on which a street and several buildings were constructed later on. As the city had been growing around it for more than a century, the water plant now stands alone with a clear lack of accessibility from all sides except from the old town. In the past, Vandværket linked the medieval center to the water supply at the lakes, but today there is more of a physical border between the two. The train tracks running in a trench next to the water plant make commuting in and out of the medieval city impossible at this location. The trench acts as an obstacle but also offers visual quality due to the wide open space. The four bridges cross that obstruction, and connect the medieval city with the recreational lakes. Opening up to one side, each bridge is celebrating a certain view.
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| DIPLOM SS 2010 | urban gardens | Jan Kühn |
18.06.2010 - 18.10.2010 GeschichteNördlich vor der ehemaligen Stadtmauer Berlins im heutigen Prenzlauer Berg gründete Julius Bötzow 1884 auf dem Windmühlen Berg, damals bereits seit 60 Jahren in Familienbesitz, die Bötzow Brauerei. In mehreren Bauabschnitten entstand bis ca. 1920 ein prächtiges Ensemble mit dem Stadtbekannten "Schloß des Nordens", das Wohnhaus der Bötzow- Familie an der Prenzlauer Allee. Situation Die einst größte Privatbrauerei Berlins wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und existiert heute nur noch als Rudiment. Das Areal erscheint zur Prenzlauer Allee hin wie leergefegt. Nur durch das Grün der Bäume schimmert hin und wieder das leuchtende Gelb, des sich weiter hinten im Areal befindlichen ehemaligen Sudhauses, durch. Betritt man das Gelände von der Prenzlauer Allee aus, erahnt man selbst heute noch die einstige Pracht der Anlage. Nähert man sich der ehemaligen Bötzow Brauerei, den Alexanderplatz im Rücken, so nimmt man einen städtischen Grüngürtel wahr, die "Barnimkante". Analyse Zwei auffällige Merkmale charakterisieren das ehemalige Brauerei Gelände. Einerseits ist es die Geschichte des Ortes mit der noch vorhandenen zurückgesetzten Kulisse der Backsteinfassade der ehemaligen Bötzow Brauerei. Anderseits ist es die besondere topographische Lage, dessen Hochplateau das Areal von seiner Umgebung abhebt und gleichzeitig von einem dichten Baumbestand eingegrenzt wird. Entwurf Mein Entwurf greift eben diese zwei Charakteristika auf und versucht die besondere Atmosphäre des Ortes zu stärken und neu zu beleben. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht die Wahrung der Durchlässigkeit des Ortes. Der Ort staffelt sich in mehrere Ebenen: Angefangen von der alten Mauer an der Prenzlauer Allee, über den Grüngürtel bis zur Backsteinfassade der ehemaligen Brauerei. Diese Staffelung wird auch in den Solitären aufgenommen. Räume zeichnen sich als vertikale Volumen ab und changieren in einer Hülle aus Kupfer. Sie nehmen sich optisch bewusst zurück, um dem Leuchten der Backsteinfassade der alten Brauerei inmitten eines Stadtgartens weiterhin Kraft zu verleihen.
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| DIPLOM SS 2010 | Kulturenpalast Pécs | Fabian Freytag |
18.06.2010 - 18.10.2010 Das Hochhaus besteht im Grundriss --Erschliessung abgezogen- aus neun Teilen 3,30 Meter breit, 15 Meter lang und 84 Meter hoch. Ausgegangen davon, dass sich alle Minderheiten in einem einzigen Gebäude zusammenfinden wollen -Was ist der Anspruch an das Haus? Wo sollte Kontakt stattfinden? Welcher Natur ist dieser und müssen die Räume ihn erzwingen?Dieser Kulturenpalast soll sowohl den funktionalen Ansprüchen des "Verwaltens" genügen, jedoch darüber hinaus auch einen Austausch zwischen den Kulturen fördern. Bewusst nicht über die direkte Konfrontation - vielmehr über Blicke die sich aus Raumkonfigurationen ergeben und Flächen die der Repräsentation jeder Kultur gewidmet sind. In erster Linie sind es neun nebeneinander gestellte Hochhäuser, die Ihre eigene Logik, über ihr eigenes System verfügen. Die Vertikale Einteilung war nötig um eine Wertung einzelner Kulturen zu umgehen, denn das Hochhaus sagt "oben ist besser als unten". Je nach Anteil in der Bevölkerung verfügt jede Minderheit über den entsprechenden Anteil an dem Kulturenpalast.
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| DIPLOM SS 2010 | KINO KINO | Christoph Höhne |
18.06.2010 - 18.10.2010
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| DIPLOM SS 2010 | „temporary artists in permanent spaces“ | Matthias Eckardt |
18.06.2010 - 18.10.2010 KontextIn Berlins Mitte sind seit vielen Jahren, Galerien ja ganze Straßenzüge zu etablierten Kunsteinrichtungen geworden. Gleichzeitig sind die Institutionen zu oft nach innen gerichtet. Sie etablieren selten, oder gar nie, permanent spezifische Bezüge, zu dem sie umgebenden Bezirk, oder der Stadt, und seiner sozialen Struktur bilden, obwohl sie ihn doch so prägen wie kaum ein anderes Sozialgefüge. Das Projekt „temporary artists in permanent spaces“ ist ein Entwurf für eine Stiftung, die sich dem Fördern von Kunst, speziell im öffentlichen Raum verbunden sieht und hierbei als ein Kollektiv von Kunst-Fördernden, Kunst-Sammelnden und Kunstschaffenden auftritt. Entwurf Der Entwurf an der Linienstrasse 34 soll, entgegen dieser bisherigen Tendenz, Kunst "in" Räumen zu zeigen, ein neuartiges Konzept von Kunstkommunikation -interaktion und -produktion etablieren. Ein Gebäude, das alle Beteiligten räumlich zusammenführt, den Kunstschaffenden, den Kunstbetrachtenden und den Kunstfördernden. Das Grundstück Zwischen Tor, Rosa-Luxenburg und Linienstrasse wird von völlig unterschiedlichen städtischen Szenarien gefasst. Im Norden die breite und geräuschbelastete Torstrasse, im Westen die Rosa-Luxenburg-strasse mit U-Bahnhof und leichtem Verkehrsaufkommen, im Süden die nahezu platzhafte ruhige Linienstrasse und im Osten der Anschluss an einen Bestandsgebäude aus der Gründerzeit mit seinem begrünten Innenhof. Das Stiftungsgebäude vermittelt auf sensible Weise zwischen Berliner Blockschließung und öffentlichem Möglichkeitsraum als Lehre. Der an der Linienstrasse geschaffene Platz öffnet sich sich nach Südwesten. Die bestehenden Bäume werden erhalten und vervollständigen die städtebauliche Kubatur. Innerhalb der Grundstücksstruktur bildet ein Platz das Zentrum des Gebäudes, repräsentiert und verräumlicht die Ansätze und Prinzipien der Stiftung. Hier entstehen die Arbeiten der Stipendiaten. Die 200 qm große und gerasterte Hebebühne ermöglicht es die Arbeit weit unter öder über Straßenlevel zu erstellen, und damit Ihre öffentliche Wirkung noch zu steigern. Stiftung und Öffentlichkeit Die besonders exponierte Lage an Blockecke und Strassenkreuzung ermöglicht eine breite Ebene der Aufmerksamkeit im städtischen Raum. Nicht nur die fertigen geförderten Arbeiten selbst, sondern auch ihre Produktionsbedingungen werden unmittelbar wahrnehmbar und verstehen sich nicht allein als Kunst im öffentlichen Raum, sondern als Kunst an einem öffentlichen Ort, mit sehr spezifischen Eigenschaften. Sie werden vom Künstler in den städtischen Raum und in die Architektur hinein definiert. In einen Ort, der seinen ganz eigenen Rhythmus formt und für jeden zugänglich ist. Zudem stellt die Stiftung Wohnungen und Ateliers für Künstler über den Zeitraum von einem halben Jahr zur Verfügung. Diese Ateliers, Arbeits- und Studienräume sind über Führungen auch für Besucher zugänglich. Der Kunst aber gehört der "Center Space" und somit die volle Aufmerksamkeit. Programm und Öffentlichkeit In 4 Wohnstudios können Stipendiaten, gefördert als Einzelkünstler oder als Gruppe, über einen bestimmten Zeitraum arbeiten und ausstellen. Die Konstruktion und Infrastruktur des Gebäudes ermöglicht sehr flexible Nutzungen verschiedenster Art. Der Entwurf sieht Studios von 90 bis 220 qm mit einer lichten Raumhöhe von über 6 Meter und angeschlossenem Wohnraum vor. Werkstätten, Seminar- und Kommunikationsräume, sowie Veranstaltungs- und Ruheräume findet man verteilt auf den östlichen Baukörper, der einen genügend visuellen und akustischen Schutz, und somit, eine optimale Arbeitsatmosphäre bietet. Ein Restaurant, ein Buchladen mit Bibliothek und 3 Wohnungen für Freunde der Stiftung befinden sich im Eckgebäude an der Rosa-Luxemburgstrasse/ Torstrasse, dem exponierteren, repräsentativen und öffentlicherem Teil des Ensembles. Um ein Stipendium bewerben können sich alle Kunstschaffenden. Voraussetzung ist ein Konzept zur Bearbeitung des „Center Space“. Hierbei sind die spezifischen Eigenschaften des Ortes aufzugreifen, die Arbeit ist ansonsten aber frei zu konzipieren. Infrastrukturell wird der Künstler bei seiner Arbeit durch kollaborative Verbindungen der Stiftung mit etablierten Handwerksfirmen in und um Berlin, die Möglichkeit der Werkstattnutzung vor Ort und die Strukturen der Stiftung in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, unterstützt. Sollte die Arbeit eine raumbegrenzende Hülle voraussetzen, besteht die Möglichkeit den Ort über ein modulares System in einen geschlossenen Raum umzuwandeln. Nach Ablauf der Laufzeit, kann im besonderen Fall eine Verlängerung auf 6 Monate durchgeführt werden, wenn dies von Besuchern, Stiftungsbeteiligten und den Anwohnern gewünscht wird. Die „taips foundation“ soll öffenliche Programme ins Innere des Gebäudes ziehen, und zur Beteiligung an der Gestaltung des öffentlichen Raums im Quartier ermutigen.
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| Diplom WS 09/10 | design to manufacturing | André Sternitzke |
12.10.2009 - 12.03.2010 Die Herausforderung dieser Arbeit besteht darin, eine Designidee bis zu einer Umsetzung in Originalgröße zu entwickeln. Der Entwurf widmet sich dem Experimentieren mit Raumgrenzen und deren Eigenschaften. So entstand das Konzept für eine bewegliche Raumhülle, die in Interaktion mit der Umgebung steht. Ein Materialsystem wurde erprobt, welches eine fließende Struktur erzeugen kann. Fließend, weil sich das Aussehen der Hülle durch unterschiedlich erzeugte Bewegungsmuster und damit Zustandsformen generiert. Variantenreiche Raumsituationen sollen durch Schwankungen in Durchsichtigkeit und Abgeschlossenheit geschaffen werden.Die Struktur der Raumhülle entsteht durch die Aneinanderreihung rautenförmiger Lamellen, welche in Form und Größe variieren können. Die konstruktive Basis einer einzelnen Lamelle bildet ein Skelett aus vier Fiberglasstäben, die durch „Rippen“ auf Abstand gehalten werden. Im Inneren der mit einer elastischen Membran überzogen Konstruktion befinden sich Zugseile, die durch ihre Längenveränderung ein Zusammen- bzw. Auseinanderziehen der Mittelrippen bewirken und damit eine Verformung der Konstruktion auslösen. Verantwortlich für die Längenveränderung der Seile sind kleine Elektromotoren, deren Austausch durch intelligente und aktive Materialien in der weiteren Entwicklung vorstellbar wären. Temperatur, Licht, Klang oder Bewegung stellen weitere interessante Faktoren dar, die als Impulsgeber für die Verformung der Lamellen genutzt werden können. Im Unterschied zu den Motoren handelt es sich bei dabei um weniger konstante Parameter, die es in weiteren Arbeitsphasen zu erforschen gilt. Durch Aneinanderreihung einer Vielzahl von Lamellen, die einzeln gesteuert werden können, entsteht eine Raumhülle, die durch die Verformung unterschiedliche Raumsituationen möglich macht. Aus den Eigenschaften des Systems ergeben sich seine Einsatzmöglichkeiten. Temporäre Hüllkonzepte mit beweglichen Raumgrenzen und variablen Dichtegraden können realisiert werden. Aber auch ein Weiterdenken performativer Fassadensysteme, die mit intelligenten Materialen, die Luftzufuhr, Energiegewinnung und Lichtmodulation thematisieren, ist möglich. | www.designtomanufacturing.de |
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| Diplom WS 09/10 | MATRIXITY - Kreative Zone in Beidaihe | Liwen Ouyang |
12.10.2009 - 12.03.2010 In den letzten Jahren hat sich in China, vor allem in Beijing das Konzept der kreativen Zone entwickelt. Diese Projekte, vor allem die im Zentrum von Beijing sind vom Abriss bedroht, da sie Grossprojekten fuer Banken und Verwaltungsgebaeuden im Wege stehen. Auch finden einige Kuenstler in der Metropole nicht die noetige Ruhe und Abgeschiedenheit fuer ihre Arbeit. Daher versucht der Entwurf das erfolgreiche Konzept der kreativen Zone in einem idyllischen Kuestenort 3 Zugstunden von Beijing auf der Schnellzugstrecke nach Qinghuang Dao entfernt anzusiedeln.In den letzten 30 Jahren wuchs das kleine Fischerdorf in Beidaihe betraechtlich und ist mittlerweile zu einem Zentrum der Fischindustrie aber auch zu einen beliebten Ausflugsziel und Ferienort geworden. Die kreative Zone Matrixity ist eine Mischung aus Kuenstlerkolonie und Touristenattraktion. Hier sollen Kuenstler miteinander leben und arbeiten, und gleichzeitig ihre Werke einem breiten Publikum anbieten koennen. Die Struktur soll den Austausch und die Kommunikation zwischen den Kuenstlern aber auch mit den Besuchern foerdern. Fast alle BereicHe sind fuer den Besucher zugaenglich und haben eine hohe Aufenthaltsqualitaet. Die Matrixity nimmt die Topograpfie der Umgebung auf. Die Megastuktur besteht aus Mauern die im unteren Bereich durch weitgespannte Boegen geoeffnet sind. Dadurch entstehen zwei verschiedene Bereiche in Matrixity. Die oeffentliche, fuer jederman zugaengliche untere Ebene mit Verkaufs- uns Ausstellungsraeumen, Teichen und Gruenanlagen und die privatere obere Ebene mit den Wohn- und Arbeitsraeumen der Kuenstler. Jede Atelier-Einheit ist von 4 Waenden umschlossen Die Freiraeume sind aus den Struktur herausgeschnitten Im Bereich der oeffentlichen Einrichtungen spiegeln sich die Boegen und oeffen die Konstruktion auch in der oberen Ebene.
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| Diplom WS 09/10 | BARNIMKANTE | Heiko Haberle |
12.10.2009 - 12.03.2010 BARNIMKANTE - Es wird wieder Zeit für GeschosswohnungsbauIn zentralen Altbauvierteln Berlins ist ein Wohnungsmangel absehbar; insbesondere bei „einfachem“ Wohnraum. Zwar entstehen hier derzeit viele neue Wohnungen, zumeist allerdings in gehobenen Segmenten und vermeintliche Lebensgefühle vordefinierend: Wohnen im „Townhouse“, im „Atelierhaus“, „wie im Stuck-Altbau“ oder mit Gleichgesinnten in einer Baugruppe. Das „Einfach-nur-zur-Miete-Wohnen-für-Jedermann“ spielt keine Rolle. Weil Berlin die Wohnungsbauförderung aufgegeben hat, versucht das Projekt BARNIMKANTE den Geschosswohnungsbau für eine breite Mieterschicht und in zentraler Lage mit einem pragmatischen Entwurfskonzept wieder zu etablieren: Kompakte Baukörper, einfaches Tragwerk, minimierte Erschließung, nutzungsneutrale Grundrisse, Verzicht auf Gemeinschaftseinrichtungen, Ertrag aus Gewerbemieten. Die Schönhauser Allee steigt von der Torstraße aus zum Prenzlauer Berg an. Hier, an der geologisch so bezeichneten Barnimkante, siedelten sich zahlreiche Brauereien an, für die das Gelände unterkellert und terrassiert wurde. Die Berliner Blockrandbebauung ist in diesen Bereichen aufgelockert. Der Wohnkomplex BARNIMKANTE greift die Themen der Terrasse und der frei stehenden Baukörper städtebaulich auf und nutzt dabei den am Grundstück vorhandenen Höhenunterschied von zwei Geschossen aus: An der Schönhauser Allee tritt der Komplex als zweigeschossiger Sockel in Erscheinung; von der höher gelegenen Königstadt-Brauerei gesehen als begrüntes Plateau. Die vier kompakten Wohnhäuser stehen auf dieser Ebene. Ihre „Fußabdrücke“ drücken sich jedoch bis in das Erdgeschoss durch und beherbergen alle dem Wohnen zugeordneten Nebenfunktionen. Um diese Fußabdrücke herum sind innerhalb des Sockels kommerzielle Nutzungen angeordnet: An der Straße ein Drogeriemarkt und, erreichbar über den Hof, ein Fitness-Studio. Die Wohnungen an der BARNIMKANTE richten sich weder an eine bestimmte Zielgruppe, noch schließen sie welche aus. Barrierefreiheit herrscht daher überall. Die Grundrisse sind weitgehend nutzungsneutral: Ein einfaches Schottensystem bildet quadratische, gleich große Bereiche, die zwar „klassische“ Zimmergrundrisse nahe legen, aber auch offene Grundrisse ermöglichen. Die zumeist an den Gebäudeecken liegenden Wohnungen werden über den privaten Freiraum betreten: Aus dem innen liegenden Treppenhaus kommend, betritt man seinen eigenen „Freiluft-Korridor“, der in eine Loggia übergeht. An diesem Korridor liegt der Eingangsraum, der zugleich Küche ist. Viele der Wohnungen bieten die Möglichkeit, den gemeinschaftlichen Eingangsraum zu umgehen: Durch einen zweiten Eingang gelangt man in einen „Bypass-Korridor“, der direkt in die Wohnungsmitte zu den Zimmern führt.
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| Diplom WS 09/10 | REFUGIUM. EIN HAUS DER ÜBUNG DER STILLE. SYLT | Jan Diefenbach |
12.10.2009 - 12.03.2010
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| Diplom WS 09/10 | Haus der Lyrik | Romina Streffing |
12.10.2009 - 12.03.2010
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| Diplom WS 09/10 | Zentral Mediathek Berlin | Dirk Krutke |
12.10.2009 - 12.03.2010 Die Zentral Mediathek Berlin ist ein Ort an dem den Menschen die Themen Medien und Mediengeschichte näher gebracht werden sollen. Gleichzeitig beinhaltet das Gebäude aber auch das Deutsche Zentralarchiv für Audio-Visuelle Medien und ein Forschungs-zentrum für wissenschaftliches Arbeiten über verschiedene Aspekte der Medientheorie und Mediengeschichte. Das Gebäude stellt eine offene und spannende Erlebniswelt zur Verfügung, die von Ausstellungsmachern, Wissenschaftlern und Nutzern immer neu bespielt werden kann. Es ist eine Art Hybrid aus einem Bibliotheks- und eine Museumsbau.f1 Die Zentral Mediathek füllt als Archiv für Audiovisuelle Medien eine aktuelle Lücke in der Forschungs- und Archivierungswelt. Ähnlich der Archivtätigkeit der Deutschen Bibliothek Frankfurt Main und Leipzig werden über Exemplarpflicht und archivarische Tätigkeit ein zentrales bundesweites Archiv für digitale Medien aufgebaut. Da diese Medien teilweise flüchtig oder temporär angelegt sind, ist die Dokumentation an einem zentralen Ort notwendig und überfällig. Die Lage in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof von Berlin auf dem Gelände hinter dem Hamburger Bahnhof schient dabei mehr als logisch. Das Gelände nördlich des Hamburger Bahnhofs entwickelt sich seit einiger Zeit zu einem neuen kulturellen Schwerpunkt der Stadt. Durch Ansiedlungen von Galerien, auch auf der anderen Straßenseite der Heidestraße, ist dieser Ort bereits in den Fokus der Berliner Stadtentwicklung gerückt worden. Der neue Hauptbahnhof im Zentrum der Hauptstadt scheint als einer der größten innerstädtischen Verkehrsknoten die best mögliche Erschließung des Gebäudes zu gewährleisten. f1 In seiner Kombination von Funktionen – gleichzeitig bürgernaher Vermittlung von Allgemeinwissen wie der qualifizierter Forschung – ist das Projekt im Bereich der Archive – Bibliotheken – Mediatheken prototypisch. Die Medienwelt am Fuße der Wissenschaftstürme ist von ihrer Anlage so konzipiert, dass sie verschiedenste Intensitäten der Beschäftigung mit dem Thema zulässt. So ist es möglich die Anlage wie in einem Museumsbesuch zu durchlaufen und als eine Ausstellung zu begreifen. Es ist aber auch möglich bei dem jeweiligen Thema zu stoppen, um sich beispielsweise durch Nutzung der Audiovisuellen Kabinetten oder PC-Lounges mit dem jeweiligen Thema intensiver zu beschäftigen. Das Raumkontinuum ermöglicht es dem Besucher je nach Interesse oder Schwerpunkt seines Besuches entweder den gesamten Zeitstrang abzulaufen, oder sich durch die Nutzung von „shortcuts“ direkt zu dem Thema seiner Wahl zu begeben. Gleichzeitig verliert der Besucher jedoch nie den Bezug zum Rest der Geschichte, da die offenen Räume aus Rampen und Ebenen immer wieder den Besuchern einen Durchblick zum gesamten Zeitstrang und somit eine Verortung der aktuellen Etappe ermöglichen. Durch die Teilung des Gebäudes in vier Baukörper wird das Raum-Zeit-Kontinuum in vier große Themen geteilt, die wiederum innerhalb ihres jeweiligen Gebäudes ausdifferenziert werden. Es werden die Themen „Print und Foto“, „Audio“, „Film“ und „Digitale Medien“ jeweils in einem eigenen Baukörper untergebracht.
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| Diplom WS 09/10 | Suche nach dem idealen Museumsraum | Andreas Froncala |
12.10.2009 - 12.03.2010 Inspiriert von Rémy Zauggs Text "das Museum meiner Träume" begann ich meinen Entwurf mit der Suche nach dem „idealen“ Museumsraum. Empirisch wurden verschiedene Raummodelle und ihre Zusammenstellung und die sich daraus ergebende Großform im Stadtraum untersucht. Die speziellen Bedürfnisse eines jeden Kunstwerks und die Ungleichmäßigkeit der Sammlung führten zur Erkenntnis dass der ideale Raum ein möglichst offener ist. Daher biete ich große stützenfrei Flächen an, in denen die Räume maßgeschneidert auf die Ausstellungsstücke eingebaut werden sollen und sich auch mit den wandelnden Bedürfnissen der Ausstellung verändern lassen. Daher stehen die in den Grundrissen eingezeichneten Wände nur beispielhaft für eine mögliche Raumfolge.Die Grenze zwischen Stadtraum und Museumsraum soll verfliesen. Das Museum soll als Ort dem Berliner zu Verfügung stehen auch wenn sie keinen Museumsbesuch planen. Die Große Eingangshalle ist als Passage, Treffpunkt und Veranstaltungsort gedacht. Andererseits soll das Museum in den Stadtraum hineinwirken, und so Aufmerksamkeit für sich wecken. Das Erdgeschoss besitzt viel Schaufensterfläche und gewährt Einblicke in die Arbeit von Restauratoren, Museumspädagogen, ins Schaudepot usw. Da es viele überdachte Freibereiche gibt kann man auch im Freiraum Kunst präsentieren. Außerdem gewährt der Entwurf Einblicke in den Museumsalltag (Verwaltung/ Restaurierung), der den Besuchern meist verschlossen bliebt.
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| Diplom SS 09 | Hotel da Tschlin | Kerstin Rienecker |
14.04.2009 - 14.10.2009 „Hotel da Tschlin“ - ein neues Hotel in dem Unterengadiner Bergdorf Tschlin.Das Konzept ist einfach - der Hotelgast erfährt hier die unberührte Natur, die Menschen und die Kultur eines typischen Engadiner Dorfes. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verloren die Alpen ihren bedrohlichen Charakter und eine bis heute andauernde Faszination trat an diese Stelle. Als Knotenpunkt für viele Reisende aller Himmelsrichtungen war das Engadin immer fremden Einflüssen ausgesetzt. Vortouristische Reisende, wie Pilger, Händler und Beamte im Auftrag der Obrigkeit, nutzten die bereits bestehenden Infrastrukturen, wie Herbergen und Hospize. Bei längeren Aufenthalten wurde in Privathäusern logiert, aus denen sich dann später die ersten Gasthöfe für den Aufenthalt von Touristen entwickelten. Zu Beginn des 19 Jahrhunderts entstanden die ersten Grandhotels im Engadin. Reisende in dieser Zeit waren vor allem Adlige und eine vermögende Elite, die einen mondänen Treffpunkt für Erholung und Ablenkung suchten. Die starke Differenzierung zur traditionellen bäuerlichen Lebensweise drückte sich auch in den unterschiedlichen Baustilen der neuen Hotelbauten aus. In der malerischen Landschaft wurden die Grandhotels zum eindeutigen Zeichen der „ Eroberung der Natur“ durch den Tourismus. In den 1960er Jahren, durch den Bau der ersten Bergbahnen entwickelte sich ein Massentourismus, der alle Gesellschaftsschichten bediente. Das Ortsbild vieler alpiner Sportzentren hat sich durch den Tourismus stark verändert, oft auf Kosten der Natur, Landschaft und der Traditionen und Kultur. Abseits dieser bestehenden Touristischen Zentren haben viele kleine Bergdörfer mit dem voranschreitenden Strukturwandel und damit einhergehenden Abwanderung der Bevölkerung zu kämpfen. Ein touristisches Konzept, welches die regionalen Strukturen benutzt und bewahrt, schafft Arbeitsplätze und tritt somit der voranschreitenden Abwanderung entgegen. In Tschlin wurde in den letzten Jahren begonnen daran zuarbeiten, den Strukturwandel bewusst zu steuern, um ein ausgewogenes Verhältnis von Zukunft und Vergangenheit zu waren. Mein Hotelkonzept basiert auf der Idee, dass ein großer Teil des Hotelbetriebs durch Einheimische bewerkstelligt werden kann. Tschlin befindet sich abseits der Talstrasse, dem Lauf des Inns folgend auf 1533m über dem Meeresspiegel, hoch auf der sonnigen Nordflanke des Unterengadins mitten in Wiesen- und Getreideterrassen. Gäste die nach Tschlin reisen, können hier neben der Ruhe und der wunderbaren Berglandschaft, ausgiebige Wanderungen und Biketouren unternehmen und zahlreiche lokale Spezialitäten geniessen und im Winter Schlittenfahren, Schneeschuhlaufen und Skitouren abseits der überfüllten Skipisten. Die Pläne der Bergdörfer verfügen über eine eigenartige Grammatik. Die Abdrücke der kompakten gedrungenen Häuser ordnen sich auf dem Plan an wie Magnetspäne, im Kern zusammengezogen um ein nicht erkennbares Zentrum, am Rand ineinander verkeilt beim Streben um Nähe, und weiter draußen nur noch lose im Feld gehalten. In Tschlin wird die typische sehr kompakte Dorfstruktur nur durch den etwas abseits gelegenen Dorfteil San Plasch in die Länge gezogen. Das Dorf ist 1856 durch einen Dorfbrand fast vollständig zerstört wurden. Lediglich die Grundmauern blieben nach dem Brand erhalten und sind teilweise bis in das Mittelalter zu datieren. Die heutigen Gebäude wurden auf den alten erhaltenen Grundmauern wieder aufgebaut, so dass das Dorf in seinem ursprünglichen Zustand erhalten blieb. Das Hotel da Tschlin positioniert sich zwischen den zentralen Dorfkern und den etwas abgelegenen Dorfteil San Plasch und spannt sich zwischen zwei Dorfstrassen. Die zentrale Treppe führt vom Tal her zum Eingang ins Foyer, wodurch die beiden Strassenebenen verbunden werden. Angelehnt an die Struktur der Engadiner Häuser gibt es mit der Treppe und dem Foyer einen zentralen Erschliessungsraum, der die verschiedenen Bereiche miteinander verbindet. Der untere Teil, in dem sich ein Großteil der Hotelzimmer befindet, richtet sich mit der Aussicht in das Inntal im Süden. Im oberen Teil befindet sich zum einen das Restaurant und in den oberen Etagen 4 Ferienwohnungen. Die äussere Form ist einfach und ruhig. Das Gebäude passt sich an die steile Topografie an und bildet über verschiedene differenzierte Ebenen interessante räumliche Bezüge zum Dorf und zur Landschaft. Die Materialität folgt den Häusern im Dorf - das Hotel da Tschlin ist ein massiver steinerner Körper, der aus dem Hang hinaus wächst. Gäste, die dieses Haus besuchen sind begeistert von der Einfachheit und Authentizität der Bäuerlichen Lebensweise in dem sehr ursprünglichen Bergdorf Tschlin. Die räumlichen Sequenzen, Ein- und Ausblicke schaffen eine interessante Atmosphären der man sich gut erholen kann. Das Hotel bietet einen ruhigen Hintergrund dazu.
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| Diplom SS 09 | Nora – Ein Puppenheim | Eva Veronica Born |
14.04.2009 - 14.10.2009 Nora – Ein PuppenheimEin Schauspiel in drei Akten von Henrik Ibsen, 1879 Die erzählten Räume Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen beschreibt in seinen Gesellschaftsstücken Themen der Gesellschaft, die er aber inder privaten und alltäglichen Situation des Hauses reflektiert. Mit „Nora- Ein Puppenheim“ schreibt er 1879 ein Stück, dass eine zwischenmenschliche Beziehungsthematik sichtbar macht. Er beschreibt verschiedene Wahrheiten und Wahrnehmungen, die nebeneinander als gültig existieren und thematisiert vor allem die für ihn in diesem Konflikt enthaltenen Kernthemen. Ibsen arbeitet sehr stark mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren in der Bühnenhandlung seiner Schauspiele. Situationen, Atmosphären und Charaktere werden sehr stark über die Atmosphären der Räume, in denen sie spielen, ausgedrückt. „Nora“ spielt in der Wohnung eines Paares und in jedem Akt wird durch die handelnden Personen von einem Raum dieser Wohnung erzählt. Diese Räume erscheinen dem Leser oder Zuschauer dadurch in unmittelbarer Nähe, jedoch sehen kann er sie nicht. Von den Geschehnissen in diesen Räumen wird nur berichtet, die Schauspieler betreten sie im Handlungsverlauf nicht. Es sind die leeren Hinterräume der Wohnung, diese sind dadurch nicht mehr räumlicher Teil der Bühne, jedoch ein wichtiger thematischer Teil des Handlungsverlaufes. In diesen erzählten Räumen sind die Kernthemen des Stückes verbildlicht, die Räume stehen als Sinnbild für das übergeordnete Thema des Aktes. Die Grundlage dieser Arbeit sind diese erzählten Räume der „Nora-Handlung.“ Die Hinterräume der Bühnenhandlung sollen sichtbar, betretbar und erfahrbar werden, sie werden zu realen Räumen im Leben einer Stadt. Die Bedeutungen und Atmosphären der Räume aus dem Text werden in Raumideen der Architektur übertragen. Was bedeutet der Raum für das Stück und was kann das für ein Raum in der Stadt sein? Der Raum wird wieder ein Thema des öffentlichen Lebens. Die Orte des Stadtraumes an denen die Räume verortet sind, sind durch Atmosphäre und Architektur klar definierte und wieder erkennbare Orte einer Stadt. Geographisch nicht näher lokalisiert, geht es um die jeweilige Situation des Raumes. Die Räume sind dadurch so eindeutig wie in ihrer ursprünglichen Form als Raum im Text. Wir wissen von ihrer Existenz, aber genauer lokalisieren können wir sie nicht, sie sind genauso versteckt und gleichzeitig sicher existent wie bei Ibsen. Die Räume stehen jeweils für sich, in ihrer eigenen Bedeutung und Atmosphäre im Stadtraum. Sie sind in den gleichen Materialien gedacht, Beton und Messing, die in jedem Raum anders ausformuliert, eine ganz eigene, dem jeweiligen Thema des Raumes entsprechenden Atmosphäre erzeugen. Sie sollen gedanklich dadurch wieder zusammengeführt werden, um auf ihren gemeinsamen Ursprung, nämlich dem der Hinterräume desselben Bühnenstückes, zu verweisen. Erster Akt _ Der Raum der anderen Wirklichkeit _ Ein Badepavillon Das Thema des erzählten Raumes im ersten Akt ist die andere Wirklichkeit. Im Text verbildlicht durch Noras privates Zimmer, wird die Wahrnehmung einer Situation und der Glaube, diese als Wahrheit anzunehmen, thematisiert. In der Übersetzung in einen konkreten Raum ist dies einer, der seiner Umgebung entspringt, ein Abbild dieser unter anderen Gesetzmäßigkeiten ist; ein Raum, der auf seine Umgebung bezogen eine Interpretation dieser darstellt. Übertragen auf die architektonische Umsetzung handelt es sich bei diesem Raum um einen Badepavillon in einem Garten. Der Pavillon in seiner ursprünglichen Funktion ist ein sehr privater Ort, ein Zufluchtsort, der die Aufgabe hat, die Wahrnehmung seiner Umgebung mitzubestimmen. Er bezieht sich auf seine Umgebung, übersetzt die gegebene Landschaft und hebt sich durch seine besondere räumliche Umsetzung doch von ihr ab. Zweiter Akt _ Der Raum des Geheimnisses _ Eine Bar Der Raum im zweiten Akt, von dem erzählt wird, ist die Hintertreppe der Wohnung, durch die Noras Erpresser in die Wohnung eindringt um sie heimlich zu treffen. Der Raum thematisiert das Geheimnis und das versteckte Treffen. Zur Übersetzung der Hintertreppe in einen Raum in der Stadt, ist dies einer, der versteckt sein muss, der wie ein Geheimnis im Inneren von außen nicht ablesbar und verborgen ist. In einem alten stillgelegten Fabrikgebäude am Rande der Innenstadt, versteckt die alte Fassade, die in ihrem Zustand belassen wird, den Raum im Inneren. Man betritt die Bar durch den alten, unauffälligen Fabrikeingang, durchwandert den 3geschossigen Raum und gelangt immer wieder über verborgene Hintertreppen auf die nächste Ebene. Die Besucher der Bar sitzen in 1m tiefen, ausgepolsterten Wandnischen, die wie Hohlräume in die massive Betonwand geschnitten sind, so dass auch die Besucher für den Durchwandernden zuerst im Verbogenen bleiben. Dritter Akt _ Der Raum der Maske _ Ein Ausstellungsraum Das Thema des erzählten Raumes des dritten und letzten Aktes ist das der Maske, der Verkleidung und der Inszenierung. Der Raum im Text ist die Nachbarwohnung, in der ein Kostümball stattfindet. Der Raum des Balls ist ein öffentlicher Raum, es geht um Präsentation und Maskerade. Das entscheidende entwurfliche Element dieses Raumes ist das Kostüm, bzw. die Fassade des Gebäudes, die übersetzt wird in eine räumliche Struktur, die den gesamten Raum bildet. Auf zwei der oberen Geschosse werden Fassade und ehemalige Trennwände im Inneren entfernt, wobei das konstruktive Tragsystem des Hochhauses mit Stützen und Hochhauskern komplett beibehalten wird und mit in die neue Struktur integriert wird. Die Struktur besteht aus Betonstützen- und Balken, die sich über Schichten in den Raum entwickeln. Das textile Muster der alten Verkleidung wird durch diese Betonstruktur in mehreren Schichten über die Tiefe des kompletten Raumes entwickelt und wieder sichtbar.
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| Diplom SS 09 | Ein neues Kirchenzentrum für St. Markus | Lena Thalmann |
14.04.2009 - 14.10.2009 Berliner Stadtkirchen sind faszinierende Orte: Außen oftmals in einen Häuserblock integriert, entfaltet sich im Innern häufig ein unerwartet hoher, besonderer Raum. Während meiner Recherchen zu diesem Thema entdeckte ich die evangelische Kirchengemeinde St. Markus in Berlin – Friedrichshain. Sie wurde aus drei Gemeinden zusammengeschlossen, deren Kirchen jedoch alle im Krieg zerstört wurden. Mein Projekt gibt St. Markus eine neue Mitte.Ich empfinde Kirchen als Rückzugsorte, in denen man den Alltag ruhen lassen und zu sich selbst finden kann. Meiner Meinung nach sollten sie deshalb auch außerhalb der Gottesdienste für jedermann offen stehen. Die meisten Kirchen können jedoch aus finanziellen Gründen nicht offen gehalten werden, was das spontane Betreten unmöglich macht. Eine Lösung könnte eine zweite Funktion in Form von Behindertenwerkstätten sein, zum Beispiel eine Korbflechterei oder eine Tischlerei, welche die Unterhaltskosten mitträgt. St. Markus besitzt ein Gemeindehaus inmitten eines geplanten Wohn- und Geschäftsviertels, der so genannten „Media Spree“. Es hat eine sehr spezielle Lage zwischen Stralauer Platz und Spree, denn so ist es zu zwei Seiten exponiert. Das Gelände um das Gemeindehaus herum ist eines der wenigen Grundstücke an der Media Spree, das der Stadt Berlin gehört. Somit besteht hier die Chance ein öffentliches Haus entlang der Spree zu schaffen, wie auch einen Park, an Stelle von privatisiertem Gelände. Das bestehende Gemeindehaus wird ein Teil des neuen Volumens, welches ich auf der Basis der Dimensionen des Altbaus entwickelt habe. Die Kubatur gliedert sich in vier Teile: Der Kirchenraum hat die gleichen Abmessungen wie der Altbau. Diese Teile werden von zwei Kleineren zu einem Ganzen ergänzt. Diese vier Häuser haben drei verschiedene Höhenstufen. Durch das starke Volumen werden zwei klare Bereiche abgetrennt: die Parksituation in Richtung Schillingbrücke und die Hofsituation des Energieforums. Der kompakte Körper hebt sich wie ein Ruhepol gegen die zerklüftete Architekturlandschaft der Umgebung ab. Das Kirchenzentrum profitiert von der direkten Lage am Wasser: Es erlangt dadurch von der anderen Seite des Ufers und der Brücke eine starke Präsenz im Stadtgefüge. Die direkte Umgebung besteht größtenteils aus Hotel- und Bürogebäuden, die eine laute, auf sich bezogene Architektursprache zeigen. Aus diesem Grund habe ich mich für einen sehr dunklen Backstein als Fassadenmaterial entschieden. Backstein verleiht flächigen Fassaden eine Lebendigkeit, die ein glattes Material nicht schaffen kann, denn bei Tageslicht bewegen viele Farben das gebrannte Material. Die Öffnungen in den verschiedenen Teilen des Kirchenzentrums haben sehr unterschiedliche Anforderungen: zum einen die Belichtung der alltäglichen Funktion der Werkstätten und zum anderen der des Alltags völlig enthobenen Kirchenraumes. Ebenfalls galt es für das gewünscht einheitliche Bild des Volumens, den Altbau in die Fassade zu integrieren: Der Bestand wird mit einem Putz an den Backstein farblich angepasst. Die Öffnungen der neuen Fassade haben dieselben Dimensionen wie die der Altbaufenster. Größere Räume haben proportional vergrößerte Öffnungen. Die Belichtung im Innern des Kirchenraumes ist etwas ganz Besonderes, weshalb sich das Fensterraster hier auflöst. Nach Innen hin vollzieht sich ein Materialwechsel: Der dunkle vorgemauerte Backstein wird in hellen Porenbetonwänden verankert, die im Inneren sichtbar sind. Eine Kirche braucht einen Ort an dem man sich, beispielsweise nach einem Gottesdienst, versammeln kann. Da sich hier eine viel befahrene Straße vor der Tür befindet, habe ich mich an Stelle eines Vorplatzes für einen geschützten Vorhof, der ebenfalls als Taufkapelle funktioniert, entschieden. Ein großes, hölzernes Eingangsportal führt in den Hof. Es ist ein introvertierter Raum, welcher durch weiches indirektes Licht von oben bestimmt wird. Der Bereich der Taufkapelle, in der Mitte, wird durch diesen Lichteinfall in Szene gesetzt. Raumhohe Wände aus Eichenholz, gewissermaßen Schleusen, leiten den Besucher automatisch durch den Arkadengang um die Taufkapelle herum. Es war mir ein besonderes Anliegen den verschiedenen Funktionen des Gebäudes jeweils unterschiedliche, dennoch intensive Atmosphäre über Materialität und Belichtung zu verleihen. Das Betreten der Kirche durch den Vorhof wird durch einen Materialwechsel von einem glatten Estrichboden zu einem Hirnholzboden des Kirchenraumes inszeniert. Durch den Höhenversprung, vom 8 Meter hohen Vorhof zu der 25 Meter hohen Kirche, eröffnet sich dem Besucher ein ganz neues Raumgefühl. Es ist ebenfalls ein introvertierter Raum, dessen indirekte Belichtung wie das Lichtspiel eines Blätterdaches wirkt. Es wird von der Außenhülle durch eine zweite Wand aus Glasbausteinen verspielt ins Innere geleitet. Man befindet sich geschützt im Inneren, jedoch nimmt man die Lichtstimmung des Himmels gefiltert wahr.
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| Diplom WS 08/09 | Downtown Athletic Club | Ulrike Köpke |
13.10.2008 - 13.03.2009 In Downtown Manhattan, zwischen Church Street und Thomas Street befindet sich das von Carl Warnecke für AT &T als Kommunikationszentrum erbaute Long Lines Building.Es wurde 1974 fertigggestellt, hat eine Höhe von 168 m und ist aussen mit rotem schwedischen Granit verkleidet. Als das Gebäude gebaut wurde, produzierte Telefonequipment sehr viel mehr Hitze. Dies und wohl auch die Paranoia des Kalten Krieges, die Angst vor Terrorattacken und Spionage beeinflusste das fensterlose Design. Die einzigen Öffnungen befinden sich als Lüftungsöffnungen im 10ten und 29ten Geschoss. Inzwischen ist Telefontechnik kleiner geworden, so dass heutzutage viele dieser Gebäude teilweise als Serverfarmen oder Lagerflächen umgenutzt werden. Das Gebäude fügt sich trotz fehlender Offenheit gut in seine Umgebung ein. Seine Prägnanz erhält es durch den Rhythmus und die Faltung seiner Fassade, sprich seine Long Lines. Mein Diplom schlägt nun eine Aufstockung von insgesamt 6 Stockwerken vor, welche folgendes Programm beherbergt: ein Restaurant, ein Fitnessclub und ein Erholungsbad für Frauen mit diversen Programmpunkten. Obwohl der Aufbau aus 6 Geschossen besteht, sind von aussen wahrnehmbar nur drei Stockwerke. Die Aufstockung des Gebäudes soll nicht rein funktional, wie auch nicht effekthascherisch geschehen. Vielmehr strebt mein Entwurf eine behutsame Komplementierung des Long Lines Buildings an. Einen in Proportion und Ausformulierung harmonischen Abschluss der Vertikalen, welchen dem ganzen Duktus des Baukörpers und seiner Wahrnehmung in der Stadt einen neuen Mehrwert, nicht nur programmatisch, sondern auch visuell und städtebaulich verleiht.
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| Diplom WS 08/09 | Stadtvision Weißenfels | Moritz Ahlert und Robert Chr. Friebe |
13.10.2008 - 13.03.2009 Ausgangspunkt unserer Arbeit war die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Schrumpfenden Stadt. In Weißenfels, gelegen im südlichen Sachsen-Anhalt, fanden wir ein interessantes Spannungsfeld zwischen Problemen (Leerstand, Arbeitslosigkeit, demografische Entwicklung) einerseits und Potentialen (historische Altstadt, Wirtschaftsnetzwerk, Tourismus) andererseits vor. Ziel unseres Diploms war es, aufbauend auf dem städtischen Leitbild „Grüne Stadt an der Saale“ eine stadträumliche, soziale und wirtschaftliche Perspektive zu entwickeln (urbane Landwirtschaft). Unser Konzept der urbanen Landwirtschaft sieht nach innen eine Aufwertung und Verdichtung des Stadtbildes unter Beteiligung der Bürger vor. Dabei werden Synergien zwischen der landwirtschaftlichen Produktion und erneuerbaren Energien hergestellt. Nach außen steht eine Stärkung des Weißenfelser Images als grüne Stadt und die Verknüpfung mit dem Tourismus im Vordergrund. Im Entwurf eines Gebäudekomplexes am Saaleufer, der neben einem Verkaufs- und Ausstellungsraum das „Netzwerkbüro Urbane Landwirtschaft“ sowie eine Herberge mit Restaurant beinhaltet, werden alle Aspekte architektonisch zusammengeführt und für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht.
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| Diplom WS 08/09 | Philipp Buschmeyer |
13.10.2008 - 13.03.2009 Jazz Enfilade and Hotel, ChicagoAn dem Punkt, wo Chicagos stark verdichtetes Gebirge der Hochhäuser in die absolute Horizontalität der Vorstädte, Highways und später der Prairie übergeht, an diesem Ort, wo das wochenntags höchst beschäftigte Downtown sehr schnell zu einer sozial schwachen und baulich vernachlässigten Neighborhood wird, an diesem Ort des Wechsels soll ein Akzent gesetzt werden. Das Bauprogramm, bestehend aus einem Hotel der gehobenen Mittelklasse und einer Abfolge von multifunktionalen und akustisch variablen Aufführungsstätten für Jazzmusik, ist vornehmlich ein ,Nachtprogramm'. Es will an diesem Ort - besonders in den momentan noch eher ungemütlichen Abendstunden - Menschen versammeln, für Vitalität und Amüsement sorgen, und fügt sich in die Jazztradition der Stadt ein, ergänzt sie: Einen mittelgroßer Saal, der zwischen 400 und 500 Leuten Platz bietet und über eine angemessene Akustik verfügt, gibt es in dieser Form in der Stadt nicht. Der Baukörper folgt dem für Chicago typischen und dem hoch verdichteten Raster angemessenen Städtebau. Es entsteht ein prismatisches Gebäude, dessen footprint exakt den Ausmaßen des Grundstücks entspricht, ein weiterer kolossaler Block, dessen Höhe von knapp 90 Metern der Stadtsilhouette einen kurzen und späten, aber wichtigen Akzent verleiht. Das Material der Gebäudeaußenhaut entspricht dem Einfügen in das Hochhausmeer und dem berechtigten Pragmatismus Chicagoer Baukultur. Aufgegriffen wird hier der lokale, meist grau dunkle Ziegel, der Chicago Brick. Im dekorlosen Umgang gleicht das raue Material in gewisser Weise dem Charakter der Jazzmusik, ohne dabei banal zu wirken. Die scharf geschnittenen Fensteröffnungen weiten sich von der untersten Hotelzimmeretage bis zur obersten mehr und mehr auf, um innen einen immer größeren Blick auf den Lake Michigan frei zu geben und außen den schweren Ausdruck des Gebäudes zu hinterfragen. Die stringente Setzung der Öffnungen wird durch zwei massive Backsteinbänder akzentuiert. Das untere von diesen zeichnet die Konzertsäle ab, und weist so schon im Straßenraum auf diese hin. Um dem im Stadtkontext vornehmlich integrativ angelegten Baukörper eine andere Geste entgegenzusetzen und ihn zu einem einmaligen Ort Chicagos werden zu lassen, verfügt das Gebäude über eine eigene, starke innere Struktur. Gespielt wird mit den Themen längs und quer, dem Übergang von dem einen zum anderen. Hierbei nimmt auch das Thema der Durchwegung eine große Rolle ein. Eine vom Nachbarhaus kommende Passage wird im Erdgeschoss fortgeführt, im Konzertgeschoss zu einer Art Enfilade mit feierlichem Charakter umlormuliert, um dann im siebten und achten Geschoss zu einer internen Hauptstraße und einem weiteren urbanen Zentrum des Gebäudes,nder Hotellobby, zu werden. Jazz Enfilade and Hotel soll so einen positiven Einfluss auf die zukünftige Entwicklung dieses momentan noch als Randlage wahrgenommenen Ortes haben.
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| Diplom WS 08/09 | POOL | Alexis Dornier |
13.10.2008 - 13.03.2009 POOL ist ein zweigeschossiger Aufbau auf dem 70 Meter hohen Bürogebäude 'Haus des Reisens' am Alexanderplatz, wessen Ist-Zustand sich durch seine infiltrierte Mischnutzung seit der Wende auszeichnet. Die Koexistenz von Büronutzung und gesellschaftlich-kulturellen Einrichtungen in den Etagen bildet ein sich ständig erweiterndes starkes Spannungsgefüge zwischen Alltag, Kultur, Kunst und Freizeit. Konkret knüpft POOL an den Nacht - und Szenekclub WEEKEND an, welcher sich vom 12. Stock über die 15. Etage bis hin zur bestehenden Dachterrasse auf dem westlichen Regelgeschoß erweitert hat.Erweiterung: Die Anordnung der Programme HAMAM, EVENT, SCHWIMMBAD, und bestehender DACHTERRASSE kann durch ein zentrales Treppenhaus mit fünf definierten Öffnungen jedes Programm mit jedem kurzgeschaltet und autark erschlossen werden. Die 5. Öffnung definiert das Ende des Schachtes, welches das Schwimmbecken durch sich hindurch erschließt, konstruktiv mitträgt und den Aufgang atmosphärisch dramatisiert. Der Schwimmer steigt durch den Schacht, das Becken und ist, ohne visuelles Hindernis, allein mit der Wasserfläche als Schauplatz - und hat Berlin als sein Bühnenbild. Die Themen Exklusivität, Vorder, bzw Hintergrund, Nutzen und Layout eines Dachschwimmbades werden hier neu definiert. Was bis jetzt Aufhübschung, Hintergrund, und Komplettierung einer Dachlandschaft mit Veranstaltungsfläche und Schwimmbad war,(Hyatt, Westin Grand, Soho House, etc) wird hier zum unnahbaren, atmosphärischen, exklusiven Erlebnis für das Individuum, welches sich für den Aufstieg entscheidet. POOL hat keine klassische Werbewirkung nach Außen, definiert sich nicht als Parasit, sein Gebäude nicht als Sockel, seine Architektursprache nicht als Konkurrent zum Umfeld oder dem Bestand. Pool hat keine formelle Gesamtsprache, definiert sich aus funktionalen, humanistischen Ansätzen - und reagiert präzise auf vorgefundene Trag-und Rasterstrukturen des Bürogebäudes. Das Hamam, im bestehenden östlichen Geschoßabschluss verborgen, besteht aus einer zentralen Stützenhalle, welche von allen geschlossenen Funktionen umgeben wird. Hamam versteht sich nicht als Ruheraum oder Saunalandschaft. Vielmehr formuliert es einen Ort des gesellschaftlichen Zusammenfindens zu jeder Tages-und Nachtzeit. Die Decke besteht aus 3 x 3 m gerasterten Kuppeln, welche den Raum von oben belichten und ordnen, Raumabschnitte definieren und eingrenzen.
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| Diplom WS 08/09 | Metropolitan Airport Station | Rico M. Oberholzer |
13.10.2008 - 13.03.2009 MEIN DIPLOM PROJEKTIERT ZWISCHEN DER 46TEN und 48TEN STRASSE UND DER AVENUE OF THE AMERICAS UND DER 5TH AVENUE EINEN ZENTRALBAHNHOF FÜR EINE FIKTIV GEPLANTE UNTERIRDISCHE HOCHGESCHWINDIGKEITSBAHN, DIE DIE DREI NEW YORKER FLUGHÄFEN NEWARK, LaGUARDIA UND JFK MIT DEM ZENTRUM MANHATTANS VERBINDET.IM INNERN BEFINDET SICH DIE HAUPTHALLE, IN DER DIE VIER GLEISE (ZWEI FÜR DIE NEWARK-LINIE, ZWEI FÜR DIE LaGUARDIA- UND JFK-LINIE) ANKOMMEN. VON DER FAST ZWÖLF METER UNTER STRASSENNIVEAU SITUIERTEN HAUPTHALLE AUS ERREICHT MAN ÜBER SECHS AUSGÄNGE DAS ACHT METER HÖHER GELEGENE GALERIEGESCHOSS, WELCHE DIE HAUPTHALLE VOLLKOMMEN UMSCHLIESST. VIER AUSGÄNGE ÜBERWINDEN DEN HÖHENUNTERSCHIED MIT JE SECHS ROLLTREPPEN (ALSO INSGESAMT 24 ROLLTREPPEN). ZWEI AUSGÄNGE SIND BARRIEREFREI PROJEKTIERT UND BEDIENEN INSGESAMT 16 FAHRSTÜHLE, WELCHE FÜR JE 12 PERSONEN PLATZ BIETEN. DAS DREIEINHALB METER UNTER STRASSENNIVEAU GELEGENE GALERIEGESCHOSS UMMANTELT DIE HAUPTHALLE RUNDUM. AUF DIE HAUPTHALLE KONZENTRIERT BEHERBERGT ES IN ERSTER LINIE ALLE INFRASTRUKTURELL NOTWENDIGEN, WIE AUCH ATMOSPHÄRISCH UNTERSTÜTZENDEN PROGRAMMEINHEITEN DIE EIN BAHNHOF BRAUCHT. DAZU GEHÖREN: CAFÉS, BISTROS, TOILETTEN, TICKET-SCHALTER FÜR DEN METROPOLITAN AIRPORT EXPRESS TRAIN, TICKETSCHALTER DER FLUGGESELLSCHAFTEN, INFORMATION, SICHERHEITSDIENST, ETC... SO WIE AUCH DIE UNTERIRDISCHE ANBINDUNG AN DAS MTA NYC SUBWAY SYSTEM, WELCHES AN DER STATION 47-50TH ST ROCKEFELLER CENTER ANGESCHLOSSEN WIRD. DAS GALERIEGESCHOSS BESITZT SEINE EIGENE RÄUMLICHE DRAMATURGIE, DIE SICH FOLGENDERWEISE ZEIGT: ENTLANG DER ROLLTREPPENSCHLUCHTEN IST ES EINE ARKADE UND ZUM NADELÖHR VERÄNGT. BEI DEN ÜBER DIE DIAGONALEN IN DEN ECKEN POSITIONIERTEN CAFÉS UND BISTROS VERBREITERT SICH DIE GALLERIE UND WIRD ZUM PLATZ. DIESES SPIEL MIT RYTHMUS UND PROPORTION VERLEIHT DEM GESCHOSS SEINE EIGENE URBANITÄT UND RÄUMLICHE SPANNUNG. EINE NOTWENDIGE IDENTITÄT, WELCHE SIE DEM REIN UTILITÄREN ENTHEBT UND IHR STÄDTISCHE QUALITÄT VERLEIHT, WIRD INNERHALB DER GESAMTEN INFRASTRUKTUR ERREICHT. ZUDEM TRITT SIE ÜBER DIE 360 GRAD ANGEORDNETEN AUSGÄNGE MIT DER STRASSE, ALSO DER STADT, UND DER HAUPTHALLE IN DIALOG. GENAU DIESE AUSGÄNGE KANN MAN EIGENTLICH ALS EIN EIGENES UND SEHR WICHTIGES ELEMENT DER GESAMTEN INFRASTRUKTUR BETRACHTEN. SIE SCHLIESSEN SIE ERST AN DIE STADT AN UND BESITZEN DIE GENAU GLEICHE WICHTIGKEIT WIE DIE ANBINDUNG AN DIE FLUGHÄFEN ÜBER DIE GELEISE. AUF STRASSENNIVEAU BEFINDEN SICH DER STADT ZUGEWANDTE PROGRAMMEINHEITEN, WIE ZUM BEISPIEL RESTAURANTS, GESCHÄFTE, DELIS, TABAKLÄDEN, ABER AUCH JUWELIERE, DIE DEN URSPRÜNGLICHEN HANDEL, DER AUF DEN ZWEI BLOCKS STATTFAND, WEITER EXISTENT HALTEN. IN DEN GESCHOSSEN DARÜBER BEFINDEN SICH, AUCH VON DER STRASSE AUS ERSCHLOSSEN, BÜRORÄUMLICHKEITEN UND KONFERENZSÄLE FÜR MÖGLICHE FLUGGESELLSCHAFTEN.
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| Diplom WS 08/09 | Konfliktraum / Konfliktbühne | Gunnar Wehrhan |
13.10.2008 - 13.03.2009 "A Theoretical Practise on Mediation Architecture" beschäftigt sich mit der Erforschung und prototypischen Anwendung von Raumkonstellationen, die für Konfliktlösungsprozesse - hier insbesondere für die Methode der Mediation (Vermittlung) - unterstützend wirken und funktional nützlich sind.Einer Tätigkeit einen Ort zu geben, ihr Raum zur Verfügung zu stellen ist eine Wertschätzung. Mediationen werden seit sechs bis acht Jahren immer stärker als Instrument in Politik und Wirtschaft (und auch Stadtteilmediation) installiert. Die Recherche ergab, dass für alle Teilbereiche der Mediation kein spezialisiert formulierter Ort bekannt ist, Konfliktbearbeitung findet in den gerade ungenutzen Räumen und tendenziell an ungünstigen Orten statt. Sicher wird immer der Mediator und seine Kompetenz ausschlaggebend sein für eine erfolgreiche Transformierung, doch Bedarf nach einer räumlichen Auseinandersetzung ist seit langem vorhanden. Als Beispiel sei verwiesen auf die Darstellung der Vietnamesischen Friedensverhandlung, zu finden auf dem ersten Plott. Die herausgearbeiteten Architekturpsychologischen Regulationspunkte sind auf den zentralen Plotts dargestellt und in einem Kartenset sowie einem Regelpanel exemplarisch zusammengefasst. Gewählt ist der hier umgesetzte Ort für internationale Politik und Wirtschaftsmediationen. Die Teilnehmer erreichen innerhalb von 25 Minuten vom Flughafen Kerry (Irland) aus das Arbutus Cottage als Pforte und Trennstelle im Gap of Dunloe, um von dort heraus gehoben zu werden aus dem Alltag. Auf halbe Höhe des Purpie Mountain endet der Lift, die Medianden folgen dem Weg zu zu Fuß, verlassen den vom Tal einsichtigen Bereich, und finden im Mediation Center ein Netz aus Raumangeboten vor, das den formellen und informellen Begegnungsmöglichkeiten maximalen Raum bei hoher Varianz verfügbar macht. Die Mediationsräume folgen formal, sich den Berg im geschützten Inneneren hinaufarbeitend, dem fünfphasigen Mediationsverfahren und werden ja nach Anforderung und Fokus der Phase mit Einzelarbeits- Deeskalations- Weitblick- Gruppenarbeits- und verwandten Raumangeboten erweitert und mit den informellen Bereichen verwoben. In dem umgebenden Ring finden sich die zugeordneten Funktionen, die Zimmer, Lounge, Bar, das Restaurant, Pool, Saunen, das UN Situation Center, Media Docks für den Kontakt nach Außen, Büros für die Mediatoren, Gruppenarbeitsräume, Teambildenden Sportangebote, wie der Hochseilgarten oder Ballsportplätze. Die Zimmer sind so gestaltet, dass der Besucher selbst in seiner minimalen Zelle zwar seine privates Territorium belegen und die Aussicht ungestört genießen kann, durch die Ausformung der Trennwände aber immer an die Anwesenheit der anderen erinnert wird. Gleichzeitig sind alle Zimmer bis auf die rotierende Ausrichtung vollkommen gleicher Größe und Ausstattung. Wie und in welcher Reihenfolge die Räume genutzt werden, ist durch die komplexe Vernetzung und die Ausstattung mit Bühnentechnik, die die Räume bei Bedarf in angemessenem Rahmen flexibel gestaltbar macht, der Leitung durch die Mediatoren und der Situation überlassen. Wenn nach der fünften Phase das Ergebnis schriftlich fixiert wurde, starten die Teilnehmer aus dem benachbarten Tal, von einem neuen Ausgangspunkt zurück in ihren Alltag. Eine Vertiefung der architektonsichen Grundlagenforschung ist in Vorbereitung, um dem angezeigten Bedarf (Vereinte Nationen, Auswärtiges Amt, freie Mediatoren) nachzukommen.
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| Diplom WS 08/09 | Fundacao do Infante - Kunstkammer Ponta de Sagres | Sebastian Murr |
13.10.2008 - 13.03.2009 DER ORTDer Ort meines Diploms befindet sich im Finisterre Portugals, im äußersten SW des Landes an der Grenze der harten Westküste zur gemäßigten ruhigen Südküste. Im Verständnis der Portugiesen, ist dieser Ort ein unglaublich wichtiges Symbol für das Fernweh, Neugierde, Abenteurerlust und das Risiko, für den Beginn der Entdeckungsreisen, des großen portugiesischen Zeitalters. Geprägt wurde diese Bedeutung als erstes durch den Infante Dom Henrique , ein Nationlheld der Portugiesen, der es hier als Gouverneur des Südens Portugals im 15. Jahrhundert verstand Gelehrte, Wissenschaftler, Abenteurer und Scharlatane um sich zu scharen, die Entdeckungsreisen vor zu denken und auch die ersten Fahrten Richtung Afrika zu organisieren. Seine besondere Kraft und seinen Reiz gewinnt der Ort aus seinen extremen Gegensätzen: Zum einen die bereits erwähnte Grenze von harter und rauer Westküste und ruhiger Südküste, also wilde Elemente gegen Ruhe und Stille. Und zum anderen die hohen Klippen im Vergleich zur endlos scheinenden Hochebene des Landes, also Vertikale gegenüber Horizontale. DIE FESTUNG Verstärkt werden diese Gegensätze noch zusätzlich durch die Abruptheit und Dramatik mit welcher der Besucher mit der Landschaft konfrontiert wird, da sich die gesamte Landzunge innerhalb einer nicht einsehbaren Festung befindet. Diese Festung entspricht einem immer wieder kehrenden Typus von Verteidigungsbauten entlang der Algarven- und Alentejoküste, der das Land gegen Angriffe vom Wasser schützte. Bei diesem Typus umschließt die Befestigungsmauer eine Freifläche mit verschiedenen in Beziehung zueinander stehenden Gebäuden. Von den ursprünglichen Gebäuden ist in Sagres kaum mehr etwas erhalten. Klassischer Weise findet man auf der umschlossenen Fläche eine Kapelle, das Haus des Kommandanten, Mann-schaftsquartiere, Lager und, als das zentrale Element, einen Turm. Jener Turm war früher sowohl Lager, Schatzkammer, Verließ, Quartier und Rückzugsort, und dementsprechend auch in seiner Kubatur, je nach Bedarf und Lage der jeweiligen Festung, nach Zugänglichkeit, Ausblicken usw., sehr unter-schiedlich, aber immer schlicht und abweisend in seinem Äußeren und massiv in seiner Erscheinung. ENTDECKUNGEN Schon zu Beginn, als die Entdeckungsreisen erste Erfolge verbuchten, brachte die epochale Begegnung mit der radikalen Andersartigkeit Süd- und Nordamerikas, Indien und Chinas eine regelrechte Bildungs- und Wissenseuphorie in der Heimat ins rollen. Von ihren Reisen brachten die Entdecker außer den erwarteten Gütern wie Seide und Gewürze auch immer mehr Kunst und Kulturgüter nach Portugal. KUNSTKAMMERN In dieser Euphorie und bestärkt durch den Wunsch, die eigene Weltläufigkeit zu demonstrieren, verschrieb sich der Adel, kurz darauf aber auch die elitäre Bürgerschaft ganz Europas, Objekte aus den neuen Ländern zu sammeln und der Einrichtung so genannter Kunst- und Wunderkammern. In seiner Fülle wurden unterschiedlichste Objekte ausgestellt, gelagert, archiviert, erforscht und öffentlich gezeigt, in einer Mischung aus Museum, Schaulager, Laboratorium, Archiv, Schatzkammer und Repräsentationsgebäude. Man versuchte, eine ganzheitliche Weltanschauung zu vermitteln, in der Geschichte, Kunst, Natur und Wissenschaft zu einer Einheit verschmelzen.
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| Diplom SS 08 | Berliner Stück | Katharina Löser / Ines Bergdolt |
14.04.2008 - 14.09.2008 Leben in der Stadt definiert sich neben dem individuellen Rückzugsbereich in erster Linie durch die Überlagerung von verschiedenen Programmen.Der klassische Berliner Block der Gründerjahre fasziniert uns, weil er sozial und programmatisch als hybride Struktur gedacht war und auch heute noch das Potential hat auf komplexe Nutzeransprüche zu reagieren. Läden, Praxen, kleine Handwerksbetriebe, Büros...dicht gemischt mit Wohnen. Die Typologie bleibt, trotz der Probleme in der Vergangenheit, für die gegenwärtige Wissens- bzw. Dienstleistungsgesellschaft, in der Übergänge des Arbeitens und Wohnens fließender und enger miteinander verknüpft sind, interessant und zukunftsfähig. Die Idee der programmatischen Durchmischung verdichteter Formen nutzen wir in unserem Projekt, um den vielschichtigen Bedürfnissen an Wohnen und Arbeiten gerecht zu werden. Denkt man den Block neu, gilt es natürlich die damals entstandenen räumlichen und sozialen Hierarchien aufzulösen. Als Ort erscheint uns die Brachfläche am Nordbahnhof in Berlin Mitte reizvoll, weil er sowohl als Teil des neu entstehenden Parks verstanden, als auch dem städtischen Kontext der Invalidenstraße zugeordnet werden könnte. Diese räumlichen und programmatischen Überschneidungen werden als Qualitäten im Entwurf verstärkt. Das Projekt arbeitet mit den Motiven Leere und Verdichtung. Aus einem freistehenden Block werden horizontal und vertikal großzügige Lufträume in Form von Höfen und Gärten eingeschnitten. Dadurch entsteht ein komplexes System von Außen- und Innenräumen, Tiefen- und Blickbeziehungen, welche individuelle Raumsituationen schaffen. Dieses „Stück Stadt in der Stadt“ kann unterschiedlich programmiert werden. Wie im klassischen Berliner Block konzentrieren sich gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss. Die öffentlichen Programme verteilen sich darüber hinaus auch in der Vertikalen. So entstehen Überlagerungen von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Orten. Wohnen mischt sich mit Dienstleistung, Freizeit und Kultur... Um auf wandelnde Lebensentwürfe der Nutzer reagieren zu können, schlagen wir außerdem die Integration eines zwanglosen Servicesystems vor. Ein hausinterner Concierge Service verlinkt das Gebäude stadtweit mit Dienstleistungsangeboten, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden können. Die Miete von Räumen ergibt sich demzufolge nicht nur aus der Nutzung unterschiedlicher Raumflächen, sondern wird in Kombination mit einem vielseitigen Angebot aus den Bereichen Mobilität, Betreuung, Management, Gesundheit...gebildet. Zukunftsfähige Wohn- und Arbeitswelten können geschaffen werden, die dem Anspruch an Flexibilität, und Individualität genügen. Das Projekt verfolgt den Ansatz im Gegensatz zu monokulturellen Quartieren natürlich durchmischte Lebensräume zu generieren.
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| Diplom SS 08 | Nordseebad Wangerooge | Johannes Olfs |
14.04.2008 - 14.09.2008 Der Tourismus an der deutschen Nordseeküste sieht sich mit steigender Konkurrenz konfrontiert. Frisch modernisierte Seebäder an der Ostsee und Billigflieger in die Sonne sind die verlockenden Alternativen. Die umfassende Studie Masterplan Nordsee vom März 2008 rät allen angrenzenden Gemeinden und beteiligten Interessensgruppen dringend am Profil des Nordsee-Tourismus zu arbeiten: Was findet man dort, was es woanders nicht gibt? Was sind die wesentlichen Qualitäten des Ortes? Das Erlebnis kann im Ort selbst gefunden werden. Das Projekt schlägt den Bau eines Nordseeschwimmbades vor. Die Insel Wangerooge steht exemplarisch für die ostfriesischen Inseln. Ihre Geschichte ist ein fortwährender Prozess der Verformung und Überformung. Das raue Klima und die Kräfte der Nordsee mit den Gezeiten zerren an der Substanz. Außer dem Tourismus verdankt die Insel ihre gefährdete Existenz vor allem der verkehrstechnisch und militärisch bedeutsamen Lage. Wichtige Schifffahrtsrinnen in unmittelbarer Nähe führen zu den Häfen Bremerhaven und Hamburg. Während der Weltkriege diente die Insel als Festung gegen Luftund Seeangriffe der Allierten. Der bisherige Tourismus konzentriert sich auf den Dorfkern im Zentrum der Insel. Vor jeder Saison muss der Strand erneut aufgeschüttet werden. Der Bauplatz für das Schwimmbad befindet sich am Westende von Wangerooge. Hier ist die Nordsee am besten zu spüren. Massive Deiche und Buhnen sichern den Erhalt der Insel. Alle 6 Stunden bei Hochwasser treffen die Wellen mit bis zu vier Metern Höhe auf den Deich. Aus der Ferne scheint das Schwimmbad ein Teil der Küstenbefestigung zu sein. In unmittelbarer Nähe zeigt sich ein strenger Bau in der überformten mobilen Landschaft. Mit massiver Härte setzt sich der Betonkörper den Kräften aus. Der Besucher erlebt im Schutz des Bauwerkes die unterschiedlichen Qualitäten und Zustände der Nordsee. Er spürt die Kraft des Wassers in der Flutkammer, die Kälte nach einem Saunagang, das Dröhnen des Sturmes in einer der Windnischen, die dunkle Wärme des Schlammbades, und lauscht dem Donnern der brechenden Wellen und der Stille bei Ebbe.
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| Diplom SS 08 | Performing Milijacka | Tassilo Lochocki und Diana Saric |
14.04.2008 - 14.09.2008 Sarajevo ist die Hauptstadt der Föderation von Bosnien und Herzegowina. Wir entwickelten einen städtebaulichen Entwurf für ein acht Hektar großes Areal. Direkt vor dem Parlament im Geschäfts und Regierungsviertel "Marijin Dvor". gelegen, ist das noch heute stark zerstörte Gebiet für die neue Hauptstadt von zentraler städtebaulicher und soziokultureller Bedeutung.Eine wichtige Vorraussetzung für die Ausformulierung des Programms bestand in der Integration der realen Planungen vor Ort. Besonders dem bestehenden Konflikt zwischen der Planung einer Concert Hall und (einige Jahre später) einem 106 m hohen “Multipurpose Skyskraper“ an gleicher Stelle wird versucht Rechnung zu tragen. Der 2008 bereits finanzierte und abgesegnete Entwurf für die 106 Meter hohen Skyscraper die in ihrer Exklusivität wenig Spielraum zur Aneignung lassen, wird folgerichitg in unseren Entwurf aufgenommen und Bestandteil einer Planung, die dem Identitätswandel vom Regierungs – hin zum Geschäftsviertel einen kulturellen und öffentlichen Charakter geben soll. Unser Entwurf schlägt über den städtebaulichen Rahmenplan hinaus konkret zwei öffentliche Gebäude vor, die als Initialzündung für das Areal verstanden werden und durch ihr programmatisches Potential von Kultur, Performance und Kreativität zu interkultureller Begegnung und Austausch beitragen. Sie spannen einen öffentlich zugänglichen Raum entlang des Flusses Milijacka auf, der eine bereits geplante Promenade ergänzt und das fehlende Bindeglied zwischen Neu- und Altstadt herstellt. Die Kulturbauten reagieren mit ihrem Nutzungsdiagramm auf den stadträumlichen Kontext: Die Performance orientierten Nutzungen der Tanzakademie zeigen sich dem Stadtraum und wenden sich dem Zentrum bzw. der Milijacka zu, während die interneren Funktionen die Akademie in Richtung Blockrandbebauung abschliessen. In Verlängerung der Promenade führt die Erschliessung der Concert Hall in ein vertikales Foyer, dass sich zwischen den introvertierten Aufführungssäälen spiralförmig nach oben windet und in nord süd Richtung den Blick auf den Stadtraum öffnet. Fragen nach der Wiederherstellung einer räumlichen und sozialen Heterogenität der Stadt Sarajevo, der alten und neuen Identität des Ortes, und der Möglichkeit zur echten Identifikation mit einer neuen großflächigen Planung waren gestaltgebende Merkmale des Entwurfs.
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| Diplom SS 08 | Wet Affairs | Saskia Amrei Kaufmann, Karine Pelouard und Laura V. Rave |
14.04.2008 - 14.09.2008 CONCEPTWET AFFAIRS PROPOSES ALL SERVICES WHICH CONCERN WASHING FOR VEHICLES, PETS, GARMENTS AND OWNERS. THE BASIC CONCEPT IS TO HOUSE THE DIFFERENT KINDS OF WASHING ERRANDS, WHICH TAKE UP TIME AND ENERGY, INTO THE FORMER EMPIRE STORES AND TOBACCO WAREHOUSE ON THE FULTON FERRY STATE PARK. NEW YOUKERS WILL HAVE THE POSSIBILITY TO DIRVE THEIR FILTHY CAR LOADED WITH ALL SORTS OF DIRTY THINGS SUCH AS GARMENTS OR ANIMALS, DEPOSIT ALL OF THEM AT THE BOTTOM OF THE BUILDING AND THEN ASCEND TO THE SPA AREA. THE EMPIRE STATE BUILDING THE EMPIRE STATE STORES AND TOBACCO WAREHOUSE LOCATED IN BROOKLYN - DUMBO WERE BUILT IN THE 1870S AND STORED DIVERSE TRADE GOODS SUCH AS TEA, COFFEE AND SPICES. TOGETHER, THESE LANDMARK 19TH CENTURY WAREHOUSES ARE VIVID REMINDERS OF THE SHIPPING ACTIVITY THAT ONCE DEFINED THE DOWNTOWN BROOKLYN WATERFRONT. THE BUILDINGS WERE TRADITIONALLY BUILT WITH 1,336 WOOD COLUMNS AND BRICK. THE ROUND ARCHED WINDOWS OF THE CONTINUOUS FACADE TESTIFY THROUGH THE DIFFERENT RHYTHMS OF THE WINDOW AXIS THE GRADUAL EXPANSION OF THE WAREHOUSES AT THE GOLDEN AGE OF THE COMPANY. THE TOTAL CONSTRUCTION VOLUME ENCLOSES 250,353 SQUARE METERS. THE LOCATION OF THE WAREHOUSE IS HIGHLY ATTRACTIVE BECAUSE OF THE VIEW ON MANHATTANS FINANCIAL DISTRICT AND THE ABSOLUTELY UNIQUE POSITION BETWEEN THE TWO MOST REPRESENTATIVE NEW YORKER BRIDGES. DESIGN WET AFFAIR IS ARCHITECTURALLY BASED ON THE STRUCTURAL IDEA TO EXPAND THE BUILDING BY DUPLICATING THE SIZE AND TO CONSOLIDATE THEIR CONNECTION. THE VOLUMES OT THE BUILDING, THEIR APPEARANCE, THE SITE, THE HISTORY AND THE RESULTS FOR OUR ANALYSIS WERE ALL DECISIVE ASPECTS TO ADAPTOUR NEW CONCEPT TO THIS PARTICULAR BUILDING. THE FORMER WAREHOUSES WILL BE ENTIRELY TRANSFORMED INTO TOWNHOUSES, OFFICE SPACES AND A CLEANING FACTORY. THE EXISTING STREET THAT SEPARATES THE CONTIGUOUS EMPIRE STORES FROM THE ROOFLESS REMAINS OF THE TOBACCO WAREHOUSE WAS MIRRORED INTO THE BUILDING AND DEFINES THE ENTRANCE SITUATION TO THE FACTORY AND THE OFFICES. THE NEW WASH STREET ENABLES VISITORS TO PEEK IN ALL DIFFERENT PARTS OF THE FACTORY. FRAMED BY THE SECONDARY PROGRAMS - THE TOWNHOUSES AND THE OFFICES - THE PROGRAMMATIC CONCEPT WITH THE DIVERSE CLEANING PRCESSES IS BROUGHT FORTH. THIS FACTORY ENCLOSES VARIOUS CLEANING PROCESSES THAT ARE PROGRAMMATICALLY SEPARATED BY ARCHITECTURAL DEVICES. THE WET AFFAIRS PROGRAM PROPOSES TWO PATHS THROUGH THE BUILDING. THE FIRST IS A DIRECT AND RAPID ASCENT, THE SECOND IS A VERTICAL PROMENADE THROUGH ALL FLOORS OF THE FACTORY WITH THEIR RESPECTIVE PROGRAMS AND PROVIDES AN INSIGHT INTO FACTORY - VIEWS BEHIND THE COULISSE. THE MEETING POINT OF THE ASCENSION IS THE GATEWAY, THE CUTTING EDGE OF THE OLD BUILDING. AS THIS POINT THE TWO PATHS RECONNECT AND OFFSET INTO THE NEW STRUCTURE. THE NEW BUILDING VOLUMES WITH DIFFERENT HEIGHTS HOUSING AN OYSTER BAR, SPA AND WELLNESS ROOMS, RESTAURANT AND A PRIVATE EVENT HOUSE DEFINE THE VOLUMES IN THE LANDSCAPE. THE STEELGIRDER CONSTRUCTION OF THE FACADE IS THE BEARING STRUCTURE OF THE WHOLE AREA AND A METAL NET IS SPANNED ON THE OUTSIDE. FURTHERMORE IT SERVES AS THE BACKBONE OT THE INTERIOR GLASS FACADE. THE GLASS IS ENTIRELY CONVERED BY A PRINT WHICH ENABLES ENOUGH DAYLIGHT TO PIERCE THROUGH THE GLASS SKIN AND SIMULTANEOUSLY SERVES AS A SUNSCREEN; IT GENERATES A RELAXING ATMOSPHERE WITH A PERFECT BALANCE OF LIGHT AND SHADE. THE ESSENTIAL FLOOR CONVERING IN THIS INTERIOR „OUTSIDE WORLD“ IS A SHALLOW WATER SURFACE WHERE DECKS AND PROGRAMMATIC CUBES FLOAT ON THE SURFACE.
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| Diplom SS 08 | Transitraum Autobahn | Rita Wirth |
14.04.2008 - 14.09.2008 In TRANSITRAUM AUTOBAHN geht es darum, wie sich ein Raum in seiner Sichtbarkeit durch Geschwindigkeit und Bewegung konstituiert. Als Experimentierfeld wird die Wahrnehmungseinheit Auto-Autobahn gewählt und deren Sichtbarkeit mit filmischen Mitteln manipuliert.Der Raum der Autobahn unterliegt bestimmten Bedingungen für seine Erlebbarkeit, nämlich sich in einem Auto darin zu bewegen. Dadurch ist dieser Raum an die Geschwindigkeit gebunden, in der er durchfahren wird. Die gesehenen Räume ordnen sich an einer Zeitachse an, dass heißt, sie sind in ihrer Sichtbarkeit an Geschwindigkeit und Bewegung gebunden. Wie der Raum der Autobahn erlebt und gesehen werden kann, bewegt sich in einem engen Rahmen: Geschwindigkeiten zwischen 60 und 200 km/h, die Blicke durch die Fenster und in die Spiegel und Bewegung nur nach Vorne. Der vertraute Blick auf die Autobahn ist voller sich wiederholender, in ihrer Form standardisierter Momente. Seine räumliche Wirkung und Atmosphäre hängen so sehr von dem Tempo ab, mit dem er durchfahren wird, dass beispielsweise bereits eine Fahrt im Schritttempo oder eine unbewegte Betrachterposition neue Erfahrungen bedeuten. Auch die filmische Abbildung der Autobahn ermöglicht einen distanzieten Blick: die Geschwindigkeit der Kamerabewegung, Wahl des Ausschnitts, Dauer der Einstellung und Anzahl der gezeigten Projektionen erzeugen Bilder, die der gewohnten Wahrnehmung ähneln oder sehr fremd wirken können. Verschiedene, parallel vorhandene Qualitäten eines definierten Ortes können zu einem atmosphärischen Raum zusammengefügt werden. In TRANSITRAUM AUTOBAHN werden Raumsequenzen, die bei einer Autofahrt nur in einer linearen Abfolge gesehen werden können, durch das Schneiden von Filmsequenzen neu erzählt. So konstruiert der Film, der aus diesen fremden Blicken auf einen vertrauten Raum entsteht, durch die Behauptung räumlicher Zusammenhänge, das Nebeneinanderstellen potentieller gleichzeitiger Blicke und Atmosphären einen neuen, noch nie gesehenen Raum.
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| Diplom SS 08 | UFD - Aufwind für Dubai | |
14.04.2008 - 14.09.2008 Aufwind für Dubai – Erzeugung sauberer, grüner Energie; Attraktion für Städter, Wissenschaftler und Touristen.Die täglich um rund 800 Einwohner wachsende Stadt hat bereits jetzt Probleme ihren Energiebedarf zu decken. Es muss und wird massiv in den Ausbau der Energieerzeugung investiert werden. Jetzt werden die Weichen über die Richtung der Energiegewinnung gestellt: konventionell oder innovativ und nachhaltig. Es bleibt zu hoff en, dass die Besuche des französischen Präsidenten Sarkozy erfolglos bleiben und Atomkraftwerke in dem sonnenbeschienenen Emirat gar nicht erst entstehen. Dubai hat jetzt die Chance, das zu verplanende Kapital in zukunftsfähige Technologien zu investieren, anstatt herkömmliche Kraftwerke mit den bekannten Risiken und Problemen zu errichten. Energiewende beschleunigen Da die fossilen Brennstoff e über kurz oder lang nicht mehr zur Verfügung stehen, wird es eine Energiewende geben - weg von fossilen Energiequellen hin zu erneuerbaren Energien. Die zunehmende Rohstoff knappheit bringt verschiedene Probleme mit sich, die verhindert oder abgeschwächt werden können, wenn die Energiewende so schnell wie möglich vollzogen wird. Hintergrund Ein Aufwindkraftwerk besteht aus einem runden Kollektor, einem Kamin in dessen Mitte und Turbinen am Fuß des Turms. Um wirtschaftlich zu funktionieren braucht ein Aufwindkraftwerk einen Kollektor mit sieben Kilometern Durchmesser und einen Turm mit einer Höhe von 1000 Metern. Dies ist längst keine Utopie mehr. Kraftwerke in einer solchen Größenordnung können in Wüstenregionen errichtet werden. Nur die Investoren fehlen bislang. Die Technologie des Aufwindkraftwerkes hat aber auch mehr Potential als sauberen Strom durch Sonnenenergie zu erzeugen. Konzept Ein Konzept für die Inszenierung und Nutzung eines Aufwindkraftwerk ist das UfD. An dem Aufwindkraftwerk wie es vom Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner entwickelt wurde, wird grundlegend nichts geändert, damit es seine volle Funktion als Energieerzeuger beibehält. Der Kamin, eine Stahlbetonröre, wird als vorhandenes Tragwerk genutzt und der Turm über die Anbindung einer Bahnstrecke für weitere Nutzungen zugänglich gemacht. Eine sekundäre Tragstruktur um den Turm überformt die Stahlbetonröhre und lässt hier konstruktiv die Möglichkeit weiterer Nutzungen zu.
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| Diplom SS 08 | Die Interdependenz von gesellschaftsrelevanten Programmen und - in Hinsicht auf Sozialisations | Manuel Seebas |
14.04.2008 - 14.09.2008 Ausgehend von der Fragestellung, zu welchem Zeitpunkt sich Schnittstellen von gesellschaftsrelevanten Aufgaben und sozialen Aufgaben mit in spezifische Räume umgesetzten Institutionen ergeben, beschäftigt sich die Diplomarbeit mit dem Entwurf für einen Neubau der Comeniusschule Wiesbaden.Im Verlauf des Entwurfsprozesses wird auf die Wechselbeziehung von Architekturen und sich verändernden sozialen Strukturen eingegangen. Als Beispiel von am sozialen Wandel beteiligten Institutionen gibt die Comeniusschule Wiesbaden wichtige Impulse für das städtische soziale Gefüge, die einerseits von den inhaltlichen Zielen ausgehen, sich aber andererseits auch durch eine angemessene räumliche Situation entwickeln. Zum Entwurf: Räumliche Umsetzung und städtebauliche Einbindung sind bei dem Entwurf für den Neubau der Comeniusschule besonders von dem Anliegen getragen, Wohlbefinden, Lernbereitschaft und soziales Miteinander herbeizuführen, zu unterstützen und dauerhaft zu gewährleisten. Die angestrebten Sozialisationsprozesse werden auf eine architektonische Übersetzungsmöglichkeit überprüft. Die Aufenthaltsräume sollen zu Orten des Spiels, des Austausches und der Begegnung werden. Für den Neubau der Comeniusschule ist ein Komplex hintereinander geschalteter Bereiche entstanden, die sich verschneiden und miteinander kommunizieren. Ein Wechseln durch verschiedene Gruppengrößen wird dadurch ermöglicht. Die städtebauliche Entscheidung bildet den Dialog zwischen einer selbstbewussten Setzung und dem Reagieren auf die Korngrößen der umgebenden Wohnbebauung. Hier steht die Identifizierung mit dem Schulgebäude as Lebensund Lernort im Vordergrund. Einzelne Klassenhäuser bilden eine Klammer um den gemeinsamen Schulhof und eine öffentliche Achse durch den Komplex. Kleinere Höfe trennen die Klassenhäuser und bilden öffentliche Orte in der Schulstadt, die mit der Nachbarschaft kommunizieren. Wiederholt wird die Figur mit den Terrassen im Obergeschoss, die Ausblicke über die Stadt bieten. Die Klassenhäuser bieten für die Schüler sozial kontrollierbare Größen an und ermöglichen das Differenzieren verschiedener Sozialformen, das Gegenüber und den Zugang zu sich selbst. Während in den Klassenzimmern Lerngruppen verschiedenen Alters frontal unterrichtet werden, bieten jeweils zugeordnete Gruppenräume und Besprechungszimmer Rückzugsmöglichkeiten für Gruppenarbeit und Einzelgespräch. Markiert wird jedes Haus von einem Atrium, welches nach außen kommuniziert, die Schnittflächen mit der gemeinsamen Erschließung um den Schulhof sind Übergang und Schleuse zur großen Gruppe. Im Obergeschoss sind die Fachbereiche so verschoben, dass sie jeweils eine inhaltlich zusammengehörende Klammer um den Klassenhof bilden. Zugeordnet wird dem Schulkomplex ein Werkhaus, das behandelt wird wie ein Klassenhaus, in dem Praktika zurBerufsvorbereitung angeboten werden. Der Gesamtkomplex erstreckt sich über einen Geländesprung von einer Geschosshöhe, die durch den Schulhof über verschiedene Podeste überwunden wird und somit eine vermittelnde Kommunikationsebene bildet.
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| Diplom SS 08 | Casa do Fado | Sarah Miebach |
14.04.2008 - 14.09.2008 Lissabon zeichnet sich durch seine Lage am Atlantik, an der Mündung des Tejo aus. Die Stadt erstreckt sich über mehrere Hügel und lebt von Blickbeziehungen über Aussichtsplätze - miradouros. Zuletzt verdeutlicht das Gewahrwerden des Meer-Horizonts die historisch belangvolle Lage der Stadt: die Ausrichtung zum Fluss, zum Meer, nach Übersee.Der Fado ist entstanden in den ärmlichen Hafen -und Arbeitervierteln von Lissabon, der Alfama und Mouraria. Die Texte handeln von dem einfachen Leben, Sehnsucht, Schicksal, Schmerz und Liebe. Vorgetragen von einer fadista, begleitet von zwei Gitarrenspielern, vermittelt diese Musik das urtypisch portugiesische Gefühl der saudade. Fernando Pessoa umschreibt dies in seiner Ode ans Meer mit "dem Kai als steingewordene saudade". Durch viele kleinere Lokale, casas do fado, ist die Musik eng mit der Stadt verbunden. Leider werden die großen traditionellen Fadohäuser oft nur noch von Touristen besucht, parallel touren einzelne fadistas wie Popstars über große Bühnen in Europa. Das gemeinsame Erleben der Musik tritt in den Hintergrund. Hier setzt das Casa do Fado an und bietet der Stadt einen Ort des Austausches und Experimentierens mit der Musik. Das Haus ist eine Ergänzung zu den Angeboten, welche in der Stadt bereits vorhanden sind. Die Musik soll erlebt und verändert werden. Die traditionellen Strukturen können so durch Improvisation und Neuinterpretation weiterentwickelt werden. Neben Aufführungs- und Übungsräumen bietet das Haus eine Phonothek und kleinere (Noten)bibliothek. Aktuell kann man von einem Revival des Fado sprechen, auch verdeutlicht durch den Ankauf der größten Plattensammlung zum Fado von der Stadt Lissabon, die in der Phonothek ihren Platz finden soll. Der Entwurf gliedert sich in zwei Teile auf, zum einen das öffentliche casa do fado, zum anderen ein kleines Wohnhaus. Die beiden Baukörper bilden einen öffentlichen Platz, der durch seine Ausrichtung und Erschließung von dem benachbarten Quartiersplatz eng mit dem alltäglichen Leben in der Stadt verbunden ist. In dem Wohnhaus haben ausländische Musiker die Möglichkeit, sich mit dem Fado auseinander zu setzen und innerhalb der verwinkelten Gassen von Lissabon zu leben. Es wird durch ein Splitlevel gegliedert, welches sich aus der vorhandenen Topographie ergibt. Das öffentliche casa do fado besteht aus einer Raumstruktur, welche als Umnutzung und Ergänzung drei bestehende Häuser füllt. Die bestehende Grundrissformation dieser Häuser wird entkernt und extrudiert. Der Baukörper erhält somit eine öffentliche Präsenz durch die starke Sichtbarkeit in der Stadt und verdichtet die bestehende Quartiersstruktur. Gleichsam wie der Fado sich aus überlieferten Strukturen weiterentwickeln soll, steht die Verbindung von dem Neubau mit dem Altbau und die statische Belastung der alten Wände für das Entstehen von etwas Neuem durch Veränderung des Alten. Durch Übernahme der alten Fenster in die neue, großzügigere innere Struktur werden die Erwartungen des Besuchers gebrochen und neue Raumkonfigurationen ermöglicht. Die Struktur zeichnet sich nach Aussen als klare, überhöhte Form des Altbaus ab und formt im Inneren ein komplexes Raumgefüge. Die massive, steinerne Außenwand des Altbaus wird durch die massive Dämmbetonwand des Neubaus fortgeführt. An der glatten Dämmbetonfassade zeichnen sich die inneren Decken und Wände als raues Ornament ab. Die Fensteröffnungen des Neubaus legen sich als zweite Naht außenbündig an dieses Ornament. In ihren Proportionen folgen sie denjenigen des Altbaus, sind jedoch raumhoch. Die Bewegung in der Stadt durch gewundene Gässchen, engen Treppen und sich weitende Plätze diente als Vorbild für die Gestaltung der Raumstruktur. Diese setzt sich aus einer Verschachtelung von verschiedartigen Raumvolumen zusammen und wird durch große, zweigeschossige Raumvolumen gegliedert. Durch eine gemeinsame, zentrale und großzügige Treppenfigur werden die verschiedenen Geschosse miteinander verbunden. Der Erschließungsraum weitet und verengt sich und bietet somit vielfältige Begegnungsräume und Blickbeziehungen. Die großen Volumen schrauben sich in der inhaltlichen Folge von Lernen, Üben und Aufführen durch die Raumstruktur hoch. Das höchstgelegene Volumen bildet mit dem Aufführungssaal den Höhepunkt für die Besucher und Benutzer des Hauses. Ein hinter der Bühne gelegenes, großes Panoramafenster öffnet das Haus zum Stadtraum.
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